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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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-II.

12.

Tägliche Bewegung der Erde.

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Kapitel II.

Tägliche Bewegung der Erde.

H. 12. (Erscheinung der täglichen Bewegung des Himmels.) Wir ha-ben bereits gesehen, daß der ganze Himmel mit allen seinen Gestirnentäglich einmal von Ost gegen West um unsere Erde sich bewege. Soscheint es allerdings uns Allen, daher denn auch diese Meinung nicht

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griffe, für eine unantastbare Wahrheit zu betrachten anfieng, an der zuzweifeln sogar für ein Verbrechen gehalten werden konnte.

Ehe wir aber die Richtigkeit dieser Meinung untersuchen, wird esnöthig seyn, die Erscheinung selbst, welche ihr zu Grunde liegt, näberzu betrachten. ^ 7° -

Wenn sich eine Kugel um einen durch ihren Mittelpunkt gehendenStab, als um eine Axe, dreht, so wird jeder Punkt der Oberfläche die-ser Kugel einen Kreis beschreiben, dessen Ebene senkrecht auf dieser Ave,und dessen Mittelpunkt irgendwo in dieser Are liegen wird. Der größtealler dieser Kreise wird jener seyn, dessen Mittelpunkt zugleich der Mit-telpunkt der Kugel ist, und zu beiden Seiten dieses Kreises werden dieübrigen Kreise gleichmäßig immer kleiner werden, bis sie endlich, in denbeiden Endpunkten jener Achse, verschwinden, oder bloß in zwei Punkteübergehen, die allein von allen Punkten der rotirenden Kugelfläche, sichnicht bewegen. Diese beiden festen Punkte, von welchen jeder einzelnejener Kreise in allen Theilen seines Umfangs gleich weit absteht, nenntman die Pole (Einl. 3 und II) jener.Kreise, und jener größte Kreis,der in der Mitte zwischen den Polen, also von beiden Polen gleichentfernt ist, heißt der Aequator (II) der Kugel, während alle übri-gen kleineren Kreise Parallelkreise (24) genannt werden.

Dieses vorausgesetzt, wollen wir in irgend einer ausgedehnten Ebene,an einem hellen Abend, bald nach Sonnenuntergang, unsere Augen zndem Himmel erheben, und die Gegenstände betrachten, die er uns dar-bietet. Wir erblicken zuerst ein weites, halbkugelförmiges Gewölbe, mitSternen von mannigfaltiger Größe besäet. Die stille Größe dieses er-habenen Schauspieles erfüllt uns, selbst bei wiederholter Betrachtung,mit immer neuer Bewunderung, und mit einer dunkeln Sehnsucht,diesen Gegenständen über uns näher zu kommen, und die Ursache undden Zweck dieser wunderbaren Erscheinung kennen zu lernen.

Wenn wir einzelne, besonders auffallende Gruppen dieser Gestirnelänger betrachten, und ihre Lage gegen feste irdische Gegenstände, z. B.gegen Bäume oder Thürme, vergleichen, so finden wir, daß alle jeneSterne, ohne ihre gegenseitige Lage unter sich zu ändern, in einer ge-meinschaftlichen Bewegung von Ost gegen West begriffen sind. Wendenwir unser Gesicht gegen i?en bereits bekannten Polarstern (S. 31), oder

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