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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Gestalt der Erde.

8. 1011.

der That immer in derselben Richtung, und zwar auf einer scheinbarenEbene fvrtzusegeln wähnten, ohne irgendwo eine Ecke oder einen Abgrundzu treffen, der sie in ihrem Laufe aufgehalten hätte.

H. Iv. (!V. Aus Moudsfinsternissen.) Wer ferner je eine Monds-finfterniß angesehen hat und weiß, daß sie entsteht, wenn der Mond inden Schatten tritt, welchen die von der Sonne beleuchtete Erde hintersich wirft, dem wird der bloße Anblick dieser Erscheinung schon einenBeweis mehr für die runde Gestalt der Erde geben. Die Gränze desErdschattens erscheint nämlich, bei diesen Finsternissen, auf der kugelför-migen Oberfläche des Mondes immer rund, zum Zeichen, daß die Erdeselbst, welche diesen Schatten wirft, auch rund seyn muffe. Zwar könnteman einwenden, daß auch dann, wenn die Erde, und daher auch ihrSchatten, eine Ebene wären, der letzte auf dem Monde doch noch im-mer rund erscheinen müßte. In der That ist der Schnitt einer Kugel,also auch der des Mondes, mit einer Ebene, immer ein Kreis, und einKreis muß allen denen, welche außer der Ebene desselben, und schiefgegen dieselbe stehen, als eine Ellipse, also als eine krumme Linie er-scheinen. Allein wir, die Bewohner der Erde, sind zur Zeit jener Fin-sternisse immer sehr nahe in der Ebene jenes Kreises, und dieser Kreisoder diese Schartengränze müßte uns daher auf dem Monde als einegerade Linie erscheinen, wenn diese Schattengränze selbst eine Ebene wäre.Da dieß aber gegen die Erfahrung ist, oder da uns diese Gränze immerkrumm erscheint, so muß auch unsere Erde selbst eine krumme Gestalthaben.

H. II. (V. Aus der Gestalt anderer Gestirne.) Als endlich, im sechs-zehnten Jahrhunderte, die Fernröhre erfunden wurden, bemerkte manauch an mehreren anderen Himmelskörpern dieselbe Kugelgestalt, dieman denn auch sehr bald als die Lieblingöfvrm der Natur erkannte, bissie endlich, durch die Theorie der allgemeinen Schwere, nur mit einigenkleinen Abweichungen, von welchen wir später reden werden, als dieeinzig mögliche erkannt und bewiesen worden ist. Sonne und Mondund alle Planeten mit ihren Satelliten haben diese Gestalt; warumsollte allein die von uns bewohnte Erde sie nicht auch haben? Ein dunk-les Gefühl scheint uns bereits aus den wenigen vorhergehenden Betrach-tungen zuzurufen, daß wir bisher im Irrthume waren, wenn wir dieErde, unseren Wohnort, als etwas Eigenes, für sich Bestehendesansahen, dergleichen nicht weiter in der übrigen Welt zu finden sey, jader zu Liebe wohl, wie wir früher wähnten, alles Andere da seyn soll,und daß wir uns daher bei Zeiten gewöhnen müssen, in dieser Erdenicht sowohl unseren ausschließenden Wohnort, als vielmehr einen jenergroßen Himmelskörper mehr zu erblicken, welche den Weltraum um unserfüllen, von deren Chor wir nur einen, und wie wir bald sehen wer-den, einen sehr kleinen Theil ausmachen.

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