^ Einleitung. §. 25—27.
Bon denjenigen Kreisen, die von dem Horizonte noch geschnittenwerden bezeichnet der Theil L88"I5<, der über dem Horizonte des Be-obachters 2i liegt, den sogenannten Tagbogen des Gestirns, d. h. den-jenigen Bogen, in welchem der in diesem Parallelkreise sich bewegendeStern, während seiner täglichen Umdrehung um die Erde, dem Beobach-ter noch sichtbar bleibt, während der übrige Theil L'8'"L dieses Pa-rallelkreises den Nachtbogen oder den für den Beobachter unsichtbarenTheil dieses Kreises bezeichnet.
III. Von den beiden Durchschnittspunkten L und 1^ des Parallel-kreises mit dem Horizonte bezeichnet der erste 15, in der östlichen Hemi-sphäre (H. 17), den Punkt des Himmels, wo der Stern dieses Paral-lelkreises aufgeht, oder wo er sich über den Horizont zu erheben an-fängt, während in dem entgegengesetzten Punkte 15 ^ der Stern unter-geht oder sichtbar zu seyn aufbort. .
Für die Sterne im Aequator ist der Tagbogen OHVV gleich demNachtbogen VVVO. Für alle andere Sterne aber ist in der nördlichenHemisphäre (H. 12) der Tagbogen desto größer, je weiter der Parallel-kreis von dem Aequator absteht, oder je größer die Declination (H. 13)des Sterns ist, und dasselbe gilt auch von dem Nachtbogen in der süd-lichen Hemisphäre.
IV- Ist, wie für den Parallelkreis 1)1) I! der nördlichen Hemi-sphäre der Bogen lZI) größer als der Bogen IM, das heißt, ist dienördliche Declination eines Sterns größer als die Polhöhe (H. 18. I.)des Beobachtungsorts, so schneidet der Parallelkreis des Sterns denHorizont nicht mehr, oder der Stern geht, für den Beobachter 21, nichtmehr unter und ist daher immer sichtbar.
Ist aber für einen Parallelkreis der südlichen Hemisphäre die Ent-fernung desselben von dem Aequator größer als der Bogen — VII,das heißt, ist die südliche Declination eines Sterns großer, als dieAequatorhöhe (H. 18) des Beobachtungsorts, so geht der Stern, für die-sen Ort der Beobachtung, nicht mehr auf und ist daher immer un-sichtbar.
H. 25. (Culmination der Sterne.) Alle Sterne, die für einen Be-obachter noch auf- oder untergehen, steigen nach ihrem Aufgange immerhöher über den Horizont, bis sie, in dem Augenblicke ihres Durch-gangs durch den Meridian 8^<)1I, d. h. in dem Augenblicke ihrer Cul-mination (vergl. H. 19. I.) ihre größte Höhe erreichen, von welchersie dann auf dieselbe Weise wieder zu dem Horizonte Herabfteigen, sodaß, zu beiden Seiten des Meridians, zu gleichen Stundenwinkeln(H. 19) oder auch zu gleichen Azimuten (tz. 20) auch gleiche Höhen des-selben Sterns gehören.
H. 26. (Circumpolarsterne, obere und untere Culmination derselben.)Solche Sterne, die so nahe bei dem Pole sind, daß sie für einen be-stimmten Beobachtungsort nicht mehr untergehen (H. 24. IV.), wie diedes Parallelkreises I)I)H, heißen Circumpolarsterne. Sie werdendaher zweimal, während einer Umlaufszeit derselben, im Meridian ge-sehen, nämlich zur Zeit der oberen Culmination in v und zur Zeitder unteren Culmination in L; für auf- und untergehende Gestirneaber ist die untere Culmination unsichtbar. (Vergl. H. 19. I.)
H. 27. (Bestimmung der Polhöhe des Beobachtungsortes und der De-