Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

... Einleitung. §. iz.

voraussetzen dürfen. In der That, daß die Erde, die wir bewohnen,so wie der über sie ausgespannte Himmel die Gestalt emer Kugel habe;daß die Gestirne, welche au diesem Himmelsgewölbe glänzen, in untersich parallelen Kreisen täglich um die Erde gehen oder doch zu gehenscheinen; daß die tägliche Bewegung der Erde um ihre Are es ist, welchediesen Schein erzeugt und selbst, daß diese Erde noch eine andere Bewe-gung hat, mit welcher sie jährlich um die Sonne geht alle diese undso viele andere ähnliche Wahrheiten sind in unseren Tagen schon Gegen-stände des gewöhnlichen Unterrichts in unseren Schulen geworden unddaher bereits bis zur Kenntniß des gemeinen Mannes vorgedrungen.Wir können sie daher auch hier, vbschon sie später Gelegenheit zu nähe-re» Untersuchungen geben werden, gleichsam als bereits erworbene, hi-storische Kenntnisse voraussetzen und uns eben dadurch in den Standsetzen, sogleich hier die oben erwähnten ersten Elemente der Sprache un-serer Wissenschaft so weit vorzutragen, als wir hoffen dürfen, mit ihrerHülfe, die ihnen in dem Werke selbst folgenden Betrachtungen kürzer,bestimmter und eben dadurch deutlicher darstellen zu können.

Die nun folgende zweite Abtheilung dieser Einleitung ist jenemZwecke gewidmet. Es wird uns erlaubt seyn, die Leser zu ersuchen, dieseersten Blätter mit einiger Aufmerksamkeit und selbst wiederholt und mitdem Vertrauen zu lesen, daß ihnen eben dadurch der Genuß des Gan-zen ungemein erleichtert, ja eigentlich erst möglich gemacht werde. Umübrigens die Bedeutungen der wenigen Kunstauc'drücke, die wir hier nebstihrer Erklärung zusammen stellen, dem Gedächtnisse tiefer einzuprägenund zugleich die Anführung derselben in der Folge zu erleichtern, sindsie, nach Art des mathematischen Vertrags, unter eigene Nummern ge-bracht worden.

H. I. (Kreise auf der Oberfläche einer Kugel.) Jede Ebene durcheine Kugel schneidet die Oberstäche der Kugel in einem Kreise. Geht dieschneidende Ebene durch den Mittelpunkt der Kugel, so nennt man dendurch ihren Schnitt entstehenden Kreis einen größten Kreis der Ku-gel. Wir betrachten hier zuerst nur solche größte Kreise.

Uebrigens wird, wie bekannt, die Peripherie eines jeden Kreises in360 gleiche Theile, die man Grade nennt, getheilt. Jeder Grad hat60 Minuten und jede Minute 60 Secunden. Man bezeichnet dieseTheile in der angeführten Ordnung durch ° ^ so daß z. B. 45° 13'20" eben zo viel heißt, als 45 Grade, 13 Minuten und 20 Secunden.

tz. 2.^ (Himmlische und irdische Kreise.) Wir nehmen den Himmel

(Fig. 1), ch wie er uns in der That erscheint, als eine hohleKugelschale an, deren Mittelpunkt O zugleich der Mittelpunkt der eben-falls kugelförmigen Erde ungick ist. Dieß vorausgesetzt, wird also jedeEbene, welche durch den Mittelpunkt O beider Kugeln geht, den Him-mel sowohl, als auch die Erde (nach Z. 1) in einem größten Kreiseschneiden, von welchem man den einen den himmlischen und den andernden ihm entsprechenden irdischen Kreis nennt. Solche zusammen gehö-rende Kreise-Paare sind:

^ I und ng ^ I oderH5VK0 ^ II und irr ^ 2 oder endlich^ III und ungu' ^ 3.

^ Wir wollen diese Kreise-Paare der Kürze wegen künftig nur durchdie>e ihre Zeichen I. I, ll. 2 :c. anzeigen.

. .H. 3. Derjenige Durchmesser der Kugel, der auf der Ebene einesgrö ßten Krenes senkrecht steht, heißt die Axe dieses Kreises und die bei-den Endpunkte dieses Durchmessers sind die Pole jenes Kreises. Die