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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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Einleitung. z

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Zwei Dinge sind es, sagt der unsterbliche Mann, der Deutschlandzur philosophischen Schule Europas gemacht hat, zwei Dinge sind es,die vor allen andern würdig erscheinen, die Aufmerksamkeit des mensch-lichen Geistes zu segeln, und die ihn mit immer neuer Bewunderungerfüllen: das moralische Gesetz in uns, und der gestirnte Him-mel über uns.

Jenes erste trägt jeder Mensch in seinem eigenen Busen, und esliegt ihm nahe genug, um hier keiner weiteren Erläuterung zu bedürfen.Das zweite aber — was ist es, das uns an ihm ergötzt, und das, auchnoch so oft betrachtet, uns immer wieder zu ihm zurückzieht? Worinbesteht eigentlich der so oft gerühmte, große Genuß, den der Anblickdes gestirnten Himmels jedem gebildeten und gefühlvollen Menschen ge-währt ?

Der bloße Anblick desselben allein kann es nicht seyn, so wenig alsder Anblick einer großen, zur Nachtzeit von unzähligen Lampen beleuch-teten Stadt, so wenig, als der eines endlosen Fackelzuges oder als jenerdes unermeßlichen Meeres. Die Einförmigkeit aller dieser Dinge, sogrotz sie auch an sich seyn mögen, wird uns bald ermüden, und auch dasüber uns ausgespannte Gewölbe des Himmels mit seinen Tausenden vonSternen würde uns nicht länger segeln, als etwa das eines mit eben sovielen Lampen besetzten Doms, den wir das erstemal anstaunen, und andem wir später vielleicht gleichgültig und gedankenlos vorübergehen.

Sollte es nicht eben diese Gedankenlosigkeit seyn, die den Anblickdes gestirnten Himmels, der sich für den Gebildeten bei jeder folgendenBetrachtung mit immer neuen Reizen schmückt, für den Wilden nur zueiner höchst gleichgültigen Sache macht? — Wie viele derselben gibt es,und nicht bloß in den Wäldern von Amerika und Neuholland, sondernauch in den Hauptstädten Europas, die die Sonne und den Mond unddieses zahllose Heer von Sternen täglich vor sich auf- und untergehensehen, ohne sich auch ein einziges Mal zu fragen, woher sie kommenund wohin sie gehen, und warum sie ewig in denselben Kreisen um dieErde ziehen.

Das Nachdenken über diese Gegenstände, und die nähere Be-trachtung derselben mit unserem geistigen Auge, dieses muß es alsoseyn, das uns so mächtig an sie zieht, und das, weit entfernt, unsdurch die Einförmigkeit des Anblicks zu ermüden, uns vielmehr immerneue, und immer größere Schönheiten dieser Gegenstände entdecken läßt.

Wir werden bald sehen, welche Gelegenheiten zu diesem Nachdenkenuns die Astronomie, beinahe auf allen ihren Blättern, darbietet. Siesoll uns, nach dem Ausspruche jenes alten Weisen, lehren, „wie dieHimmel die Ehre Dessen erzählen, der sie gemacht hat." — Welche schö-nere Genüsse, welche erhabenere Betrachtungen könnte selbst ein Seraphzu den seinigen wählen! Wenn es uns auch nicht vergönnt ist, mit demBlicke dieser höheren Geister bis in das Innere des Heiligthums derNatur, bis dorthin zu dringen,

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so wollen wir doch, so viel an uns ist, diesem hohen Ziele näher zu kom-men, und unsern eigenen Geist durch die uns mögliche Erkenntniß jeuerGegenstände zu erheben und immer mehr zu veredeln suchen.

Ehe wir uns aber zu diesem Geschäfte auschicken, wird es nöthigseyn, uns zuerst von den Vorurtheilen zu befreien, die uns von unserer

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