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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Einleitung.

klein ist, als in eben dieser, und daß übel Haupt die schönsten und wich-tigsten Entdeckungen, deren wir uns rühmen, nur durch Zufall und aufAbwegen gemuckt wurden, auf welchen man, ganz andere Schätze suchend,und nicht findend, Jahrhunderte lang ohne Rath und Steuer umher-

^"^Beinahe die vollen vier ersten Jahrtausende unserer sogenanntenWeltgeschichte verblieb die Astronomie in ihrer früheren, hilflosen Kind-heit. Erst zwei Jahrhunderte vor dem Anfange der christlichen Zeit-rechnung unternahm sie, in der Alepandrinischen Schule, unter demSchutze der die Wissenschaften liebenden Ptolemäer, die ersten furchtsa-men Schritte. Aber die darauf folgende Uebermacht der Römer, welchediese Wissenschaft nie cultivirten, und der gewaltsame Sturz ihresReiches, der die ganze damals bekannte Welt erschütterte, begrub auchsie unter den Trümmern, die so lange Zeit nach jener TrauerepocheKunst und Wissenschaft und Bildung jeder Art bedeckten. Gleichsamzum Ersatze, oder als eines jener sonderbaren Spiele der Natur, erhobsich, im siebenten Jahrhundert, ein Nomadenvolk der Wüste, ein Volkvon Eroberern, die Araber, berühmt durch das kurze, aber weithin schim-mernde Glück ihrer Waffen, und nicht minder groß durch den Schutz,dessen sich unter ihrer Aegide die Wissenschaften, und vorzüglich die Kö-nigin derselben, die Astronomie, erfreute. Aber nur zu bald wieder la-gerte sich, mit dem Untergänge dieses Heldenvolkes, eine tiefe 'Nachtder Barbarei über den Erdball. Unwissenheit und Aberglaube wurdendas Losungswort der verwilderten Nationen. Allgemeine Entartung derSitten, abenteuerliche und unmenschliche Kriege, und ihr gewöhnlichesGefolge, stumpfe Ermattung, Mangel und Noth und verheerende Seuchen,füllen die Blätter der nächstfolgenden Jahrhunderte unserer Menschen-geschichte.

Endlich, fünfzehn hundert Jahre nach dem Anfange unserer Zeit-rechnung, schien der Genius des so lange verlassenen Geschlechtes wiederaus seinem tiefen Schlafe zu erwachen. Ueber das in Blut getränkte,und mit den Ruinen der Barbarei bedeckte Europa schwang er zum zwei-tenmale seine Fackel, nachdem er sie in Asien und Afrika, wie es scheintfür immer, gelöscht hatte, und beleuchtete mit ihren wohlthätigen Strah-len neue, der Cultur ganz ungewohnte, der bisherigen Menschengeschichteganz unbekannte Gegenden. Von ihrem Lichte geleitet entdeckte Cvlum-bus die neue Welt, und Copernicus das neue Planetensystem. Mit bei-den war die Epoche eines anderen uud besseren geselligen und geistigenLebens angebrochen. Schon war, aus dem Schooße Deutschlands, diewichtigste aller Erfindungen hervorgegangen, die uns die Erhaltung allerübrigen sichern, und jeden Rückfall in die frühere Barbarei unmöglichmachen wird, während in Italien, unter den Medicäern, die Schriftender Griechen und Römer wieder aus ihren Gräbern stiegen, und dieschönen Künste, von dem belebenden Geiste der Alten angehaucht, ineiner fröhlichen Blüthe standen.

Drei Jahrhunderte sind seitdem verflossen, glänzende, ruhmvolleJahrhunderte für das Menschengeschlecht, und noch beben die Saiten,noch vernimmt das geistige Ohr die Schwingungen der, in jener Epocheder Wiedergeburt angeregten, himmlischen Töne. Noch sind wir, sowünschen, so hoffen wir, im Fortschreiten begriffen, und zu breit, zutief stießt der Strom der Erkenntniß vor unsern Blicken, als daß eineDämmung desselben, durch-Wiederkehr der alten feindlichen Mächte, inunjeren Tagen wenigstens, befürchtet werden könnte.

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