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Mensch über sich selbst die Wahrheit sagen. Auchist Dies Niemanden bis jetzt gelungen, weder demheiligen Augustin, dem frommen Bischof von Hippo,noch dem Genfer Jean Jacques Rousseau, und amallerwenigsten diesem Letztern, der sich den Mannder Wahrheit und der Natur nannte, während erdoch im Grunde viel verlogener und unnatürlicherwar, als seine Zeitgenossen. Er ist freilich zu stolz,als dass er sich gute Eigenschaften oder schöne Hand-lungen fälschlich zuschriebe, er erfindet vielmehr dieabscheulichsten Dinge zu seiner eignen Verunglim-pfung. Verleumdete er sich etwa selbst, um mitdesto größcrm Schein von Wahrhaftigkeit auchAndere, z. B. meinen armen Landsmann Grimm,verleumden zu können? Oder macht er unwahreBekenntnisse, un? wirkliche Vergehen darunter zuverbergen, da, wie männiglich bekannt ist, dieSchmachgeschichten, die über uns in Umlauf sind,uns nur dann sehr schmerzhaft zu berühren Pflegen,wenn sie Wahrheit enthalten, während unser Ge-müth minder verdrießlich davon verletzt wird, wennsie nur eitel Erfindnissc sind. So bin ich überzeugt,Jean Jacques hat das Band nicht gestohlen, daseiner unschuldig angeklagten und fortgejagten Kam-merjungfer Ehre und Dienst kostete; er hatte ge-wiss kein Talent zum Stehlen, er war viel zu