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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
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Augen mit der Entzifferung des phantastisch ge-schnörkcltcn Abrakadabra anstrengte. Er war Kustosin besagter Bibliothek, und er ist jetzt nicht mehrim Stande, dieses kleine Amt zu verwalten. Haupt-sächlich mit dem Ertrag seiner literarischen Arbeitenbestritt er den Unterhalt einer zahlreichen Familie.Blindheit ist wohl die härteste Heimsuchung, dieeinen deutschen Gelehrten treffen kann. Sie trifftdiesmal die bravste Seele, die gefunden werdenmag; Münk ist uneigennützig bis zum Hochmuth,und bei all seinem reichen Wissen von einer rüh-renden Bescheidenheit. Er trägt gewiss sein Schicksalmit stoischer Fassung und religiöser Ergebung inden Willen des Herrn.

Aber warum muss der Gerechte so Viel leidenauf Erden? Warum muss Talent und Ehrlichkeitzu Grunde gehen, während der schwadronierendeHanswurst, der gewiss seine Augen niemals durcharabische Manuskripte trüben mochte, sich räkelt aufden Pfühlen des Glücks und fast stinkt vor Wohl-behagen? Das Buch Hiob löst nicht diese böseFrage. Im Gegcntheil, dieses Buch ist das Hohe-lied der Skepsis, und es zischen und pfeifen darindie entsetzlichen Schlangen ihr ewiges: Warum?Wie kommt es, dass bei der Rückkehr aus Babylondie fromme Tcmpclarchiv-Kommission, deren Präsi-