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in unserem Sinne Anspruch machen. Sic unterschei-den sich von ihren Zeitgenossen keineswegs durchbesonderes Fühlen und Denken oder besondere Dar-stellungsart, sondern nur durch bedeutendere Tiefe,Innigkeit, Zärte und Kraft; ihre Dichtungen sindmehr durchdrungen und umflossen vom Äther derPoesie.
Aber beide Dichter sind nicht bloß die Blütheihrer Zeit, sondern sie waren auch die Wurzel derZukunft. Wie Shakspcarc durch den Einfluss seinerWerke, namentlich auf Deutschland und das heu-tige Frankreich, als der Stifter der späteren dra-matischen Kunst zu betrachten ist, so müssen wirin Cervantes den Stifter des modernen Romansverehren. Hierüber erlaube ich mir einige flüchtigeBemerkungen.
Der ältere Roman, der sogenannte Ritter-roman, entsprang aus der Poesie des Mittelalters;er war zuerst eine prosaische Bearbeitung jenerepischen Gedichte, deren Helden zum SagenkreiseKarl's des Großen und des heiligen Grals ge-hörten; immer bestand der Stoff aus ritterlichenAbenteuern. Es war der Roman des Adels, unddie Personen, die darin agierten, waren entwederfabelhafte Phantasiegebildc, oder Reiter mit golde-nen Sporen; nirgends eine Spur von Volk. Diese