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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
Seite
120
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Charte, die Apollo den Dichtern vctroyicrt, bestimmtder erste Paragraph: wenn ein Dichter versichert,kein Geld zu haben, so solle man ihm aufs Wortglauben und keinen Eid von ihm verlangen. Erliebte Musik, Blumen und Weiber. Doch auch inder Liebe für Letztere ging es ihm manchmal herz-"lich schlecht, namentlich als er noch jung war.Konnte das Bcwusstsein künftiger Größe ihn genug-sam trösten in seiner Jugend, wenn schnippischeRosen ihn mit ihren Dornen verletzten? — Einstan einem hellen Sommernachmittag ging er, einjunger Fant, am Tajo spazieren mit einer sechzehn-jährigen Schönen, die sich beständig über seine Zärt-lichkeit moquicrte. Die Sonne war noch nicht unter-gegangen, sie glühte noch in ihrer goldigsten Pracht;aber oben am Himmel stand schon der Mond, win-zig und blass, wie ein weißes Wölkchen. „Siehstdu," sprach der junge Dichter zu seiner Geliebten,„siehst du dort oben jene kleine bleiche Scheibe?Der Fluss hier neben uns, worin sie sich abspiegelt,scheint nur aus Mitleiden ihr ärmliches Abbild aufseinen stolzen Finthen zu tragen, und die gekräusel-ten Wellen werfen es zuweilen spottend ans Ufer.Aber lass nur den alten Tag verdämmern! So-bald die Dunkelheit anbricht, erglüht droben jeneblasse Scheibe immer herrlicher und herrlicher, der