Zunge zu erörtern vermag, und worüber dennochdas unzweideutigste Geständnis nöthig wäre. Ichhege nämlich eine wahre Scheu, bei Gelegenheit— der schwäbischen Schule auch von LudNug Uh-land zu sprechen, von dem großen Dichter, den ichschier zu beleidigen fürchte, wenn ich seiner in sokläglicher Gesellschaft gedenke. Und dennoch, da dieerwähnten Dichterlinge den Ludwig Nhland zu denIhrigen zählen oder gar für ein Haupt ihrer Ge-nossen ausgeben, so könnte man hier jedes Ver-schweigen seines Namens als eine Unredlichkeit be-trachten. Weit entfernt, an seinem Wcrthe zu mäkeln,möchte ich vielmehr die Verehrung, die ich seinenDichtungen zolle, mit den volltönendsten Wortenan den Tag geben. Es wird sich mir bald dazueine passendere Gelegenheit bieten. Ich werde als-dann zur Genüge zeigen, dass sich in meiner frü-heren Bcurthcilnng des trefflichen Sängers") zwareinige grämliche Töne, einige zeitliche Verstimmun-gen einschleichen konnten, dass ich aber nie dieAbsicht hegte, an seinem inneren Wcrthe, an seinemTalente selbst, eine Ungerechtigkeit zu begehen. Mirüber die litcrärhistorischcn Beziehungen, über dieäußeren Verhältnisse seiner Muse, habe ich unnm-
ch Band VI, S. 254 ff.
Der Herausgeber.