Erbann, ein rasend Volk entfesselt sich,
Trifft seinen König in verruchter Wuth,
Und dann sich selbst mit immer neuen Schlägen.Geschäftig mäht das Beil die Leben nieder,Wie ems'ge Schnitter ihre Ernte — plötzlichHemmt eine starke Hand die ehrnc Wuth.Der Henker ruht, doch die gewalt'gc HandKommt nicht zu segnen mit dem Zweig des Friedens.Mit ihrem Schwert vergeudet sie die Völker,Bis auch der Kamps erlischt, ein brausend MeerSchlägt an ein einsam Grab, und Alles ruht.Und hellrc Tage kommen, und die VölkerUnd Kön'ge schließen einen cw'gen Bund.Nothwendig ist die Zeit, sie muss erscheinen,Sie ist gewiss, wie die allmächt'ge Weisheit.Nur durch die Kön'ge sind die Völker mächtig,Nur durch die Völker sind die Kön'ge groß."
Nachdem wir uns über Grundidee, Diktion undHandlung der neuen Bccr'schcn Tragödie geäußert,bleibt uns noch übrig, die Gestalten, die wir darinhandeln sehen, naher zu beleuchten. Doch die Öko-nomie dieser Blätter gestattet uns kein so kritischesGeschäft, und erlaubt uns kaum über die Hauptper-sonen einige kurze Bemerkungen vorzubringen. Wirgebrauchen vorsätzlich das Wort „Gestalten", statt