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der Gefühlscinhcit war, so war doch jene Schick-salsidcc cinc sehr traurige Aushilfe, eiu unerquick-liches, schädliches Surrogat. Ganz widersprechendist jene Schicksalsidcc mit dem Geist und der Moralunserer Zeit, welche beide durch das Christenthumausgebildet worden. Dieses grause, blinde, unerbitt-liche Schicksalswaltcu verträgt sich nicht mit derIdee eines himmlischen Vaters, der voller Mildeund Liebe ist, der die Unschuld sorgsam schützet,und ohne dessen Willen kein Sperling vom Dachefällt. Schöner und wirksamer handelten jcnc neuereDichter, die alle Begebenheiten aus ihren natür-lichen Ursachen entwickeln, aus der moralischenFreiheit dcS Menschen selbst, aus seinen Neigungenund Leidenschaften, und die in ihren tragischenDarstellungen, sobald jenes furchtbare letzte Warumauf den Lippen schwebt, mit leiser Hand den dunkelnHimmelsvorhang lüften, und uns hineinlauschenlassen in das Reich des Überirdischen, wo wir imAnschaun so vieler leuchtenden Herrlichkeit unddämmernden Seligkeit mitten unter Qualen auf-jauchzen, diese Qualen vergessen oder in Freudenverwandelt fühlen. Das ist die Ursache, warumoft die traurigsten Dramen dem gefühlvollstenHerzen einen unendlichen Gcnuss verschaffen. —Nach letzterer löblichen Art hat sich auch unser