Verfasser bestrebt, die Gefühleinheit hervorzubringen.Er hat ebenfalls die Begebenheiten ans ihren natür-lichen Gründen entwickelt. In den Worten derPrinzessin:
Ihr Dichter wollt euch nicht zu Menschen schicken.Verstehet anders, was die Andern sagen,
Und was ihr selbst sagt, habt ihr nicht bedacht;Das ist der schwarze Faden, den ihr selbstEuch in das heitre Dichterlcbcn spinnet.
in diesen Worten erkennen wir das Fatum,das den unglücklichen Tasso verfolgte. Auch unserVerfasser wusstc mit vieler Geschicklichkeit denHimmclsvorhang vor unfern Augen leise aufzuheben,und uns zu zeigen, wie Tasso's Seele schon schwelgetim Reiche der Liebe. Alle unsere Qualen des Mit-leids lösen sich ans in stille Seelcnfrcudc, wennwir im fünften Akt den bleichen Tasso langsamhcrcintrctcn sehen mit den Worten:
Vom heil'gen Öle triefen meine Glieder,Und meine Lippen, die manch eitles LiedVon schnödem Wesen dieser Welt gesungen,Unwürdig haben sie berührt den Leib des Herrn. —