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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
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matisch, theatralisch, kurz voller Poesie war? Waswar nun der Fehler? Antwort: Das Stück hattekeine Einheit des Gefühls hervorgebracht. Das istes. Warum musste der Tugendhafte untcrgchndurch List der Schelme? Warum musste die guteAbsicht verderblich wirken? Warum musste die Un-schuld leiden? Das sind die Fragen, die uns mar-ternd die Brust beklemmen, wenn wir nach derVorstellung von manchem Stücke ans dem Theaterkommen. Die Griechen fühlten wohl die Notwen-digkeit, dieses qualvolle Warum in der Tragödiezu erdrücken, und sie ersannen das Fatum. Wonun aus der beklommenen Brust ein schweres Warumhcrvorstieg, kam gleich der ernste Chorus, zeigtemit dem Finger nach oben, nach einer höherenWcltordnung, nach einem Urrathschluss der Not-wendigkeit, dem sich sogar die Götter beugen. Sowar die geistige Ergänzungssucht des Menschenbefriedigt, und es gab jetzt noch eine unsichtbareEinheit: — Einheit des Gefühls. Viele Dichterunserer Zeit haben Dasselbe gefühlt, das Fatum nach-gebildet, und so entstanden unsere heutigen Schick-salstragödien. Ob diese Nachbildung glücklichwar, ob sie überhaupt Ähnlichkeit mit dem griechi-schen Urbild hatte, lassen wir dahingestellt. Genug,so löblich auch das Streben nach Hcrvorbringung