ältcrn Prinzessin Leonore und Tasso existiert habe.Überhaupt, wir können auch nicht unbedingt an-nehmen die allgemein verbreitete Meinung, als habeHerzog AlphonS aus bloßem Egoismus, aus Furcht,seinen eigenen Ruhm geschmälert zu sehn, denarmen Dichter ins Narrenhospital einsperren lassen.Ist es denn so etwas ganz Unerhörtes und Unbe-greifliches, dass ein Poet verrückt geworden sei?Warum wollen wir uns dieses Vcrrücktwcrdcn nichtvernünftig erklären? Warum nicht wenigstens an-nehmen, dass die Ursache jener Einsperrung sowohlim Hirne des Dichters, als im Herzen des Fürstengelegen habe? Doch wir wollen von allem historischenVergleichen lieber gleich abgehen, setzen die Fabeldes Stücks, wie sie allgemein gäng und gebe ist,als bekannt voraus, und sehen zu, wie unser Ver-fasser seinen Stoff behandelt hat.
Das Erste, was wir hier erblicken, ist, dassder Verfasser eine von Manso erwähnte und vonScrassi durchaus geleugnete Leonore ins Spielzieht. Durch diesen glücklichen Griff gewinnt dasStück an interessanter, intrigcnartigcr, dramatischerVerwickelung. Diese Leonore No. 3, genannt Leo-nore von Giscllo, ist Gesellschafterin der GräfinLeonore von Sanvitale. Mit dem Zweigcspräch