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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
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wir unscrc cigcne Meinung als die allein richtigeannehmen wollten, und da wir nicht durch subjek-tive Ansicht das Verdienst des Dichters nnbewusstbeeinträchtigen möchten, so wollen wir nie unbe-dingt ein Urthcil über die Leistungen desselben füllen,ohne erst mit wenigen Worten angedeutet zu haben,von welchen ästhetischen Grundsätzen wir ausgehn.Wir werden demnach vorliegende Tragödie ansdrei Gesichtspunkten bcnrthcilcn: aus dem drama-tischen, aus dem poetischen und aus dem ethischenGesichtspunkte.

Lyrik ist die erste und älteste Poesie. Sowohlbei ganzen Völkern, als bei einzelnen Menschen,sind die ersten poetischen Ausbrüche lyrischer Art.Die gebräuchlichen Konvcnienzmctaphcrn scheinenhier dem Dichter zu abgedroschen und kalt, under greift nach ungewöhnlichen, imposanteren Bil-dern und Vergleichen, um sowohl seine subjektivenGefühle als auch die Eindrücke, welche äußere Ge-genstände auf seine Subjektivität ausüben, lebendigdarzustellen. Es giebt Individuen und ganze Völ-ker, die es in der Poesie nie weiter als bis zudieser Dichtart gebracht haben. Bei beiden deutetSolches ans einen Zustand der Gcisteskindhcit oderder flachen Einseitigkeit. Sobald aber beim Dichtereine gewisse Vcrstandesrcifc eingetreten ist, sobald