Geliebte Schicbcrlc's gcficl sie mir besonders. Sicspielt ebenfalls keck und frei, und hat nicht den ge-wöhnlichen Fehler derjenigen Schauspielerinnen, diezwar mit vieler Kunst solche Altcwciberrollcn dar-stellen, uns aber doch gern merken lassen möchten,dass in der alten Schachtel noch immer eine aimablcFrau stecke. Herr Oldenburg, ein schöner Mann,ist als Liebhaber im Lustspiel unerquicklich und einMuster von Steifheit und Uubcholfcnhcit; als Hcld-licbhabcr im Trauerspiel ist er ziemlich erträglich.<5s ist nicht zu verkennen, dass er Anlage zum Tra-gischen hat; aber seinen langen Armen, die bei denKnicen pcrpcndikelartig hin und her fliegen, muss ichalles Schauspiclcrtalcnt durchaus absprechen. AlsRichard in „Rosamundc" gefiel er mir aber, undich übersah manchmal den falschen Pathos, weilsolcher im Stücke selbst liegt. In diesem Trauer-spiel gcficl mir sogar Herr Mansch als König amEnde des zweiten Akts in der unübertrefflichen Knall-cffcktsccnc. Herr Munsch pflegt gewöhnlich, wenner in Leidenschaft gcräth, einem Gebell ähnliche Töneauszustoßen. Dcmoiscllc Franz, ebenfalls erste Lieb-haberin, spielt schlecht aus Bescheidenheit; sie hatetwas Sprechendes im Gesicht, nämlich einen Mund.Madame Fabrizius ist ein niedliches Figttrchcn, undgewiss enchanticrcnd außer dem Theater. Ihr Mann,
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