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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
171
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möchte, eben weil man sie im einsamen Klosett herz-lich applaudieren würde. Demoiselle Paien spieltmit gleichem Glücke auch die heterogensten Rollen,eine Elisabeth so gut wie eine Marie. AmBesten gefiel sie mir jedoch im Lustspiel, in Kon-versationsstücken, und da besonders in jovialen,neckenden Rollen. Sie ergötzte mich königlich alsPauline in „Sorgen ohne Roth und Roth ohneSorge". Bei Demoiselle Paien fand ich ein freiesSpielen von innen heraus, eine wohlthncnde Sicher-heit, eine fortreißende Kühnheit, ja fast Verwegenheitdes Spiels, wie wir es nur bei einem echten, großenTalente gewahren. Ich sah sie ebenfalls mit Ent-zücken in einigen Männerrollcn, z. B. in der „Liebes-erklärung" und in Wolffs „Cäsario"; nur hätte ichhier eine etwas eckige Bewegung der Arme zu rügen,welchen Fehler ich aber auf Rechnung der Männersetze, die ihr zum Muster dienen. Demoiselle Paienist zu gleicher Zeit Sängerin und Tänzerin, hat eingünstiges Äußere, und es wäre Schade, wenn diesesknnstbcgabte Mädchen in den Sümpfen herumzie-hender Truppen untergehen müsstc.

Ein brauchbares Subjekt der Poscncr Bühneist Herr Carsten, er verdirbt keine Rolle; auch mussman Madame Paien eine gute Schauspielerin nennen.Sie glänzt in den Rollen lächerlicher Alten. Als