sprach, es herrschte eine ängstliche, dumpfe Stille,als läge hinter der Leinwand der blutige Leichnamdes tobten Malers. Was war der Grund, wcsshalber sich eigenhändig den Tod gab, eine That, dieim Widerspruch war mit den Gesetzen der Religion,der Moral und der Natur, heiligen Gesetzen, denenRobert sein ganzes Leben hindurch so kindlich Ge-horsam leistete? Ja, er war erzogen im schweize-risch strengen Protestantismus, er hielt fest an die-sem väterlichen Glauben mit unerschütterlicher Treue,und von religiösem Skepticismus oder gar Jndiffe-rentismus war bei ihm keine Spur. Auch ist er immergewissenhaft gewesen in der Erfüllung seiner bür-gerlichen Pflichten, ein guter Sohn, ein guter Wirth,der seine Schulden bezahlte, der allen Vorschriftendes Auslandes genügte, Rock und Hut sorgsam bür-stete, und von Jmmoralität kann ebenfalls bei ihmnicht die Rede sein. An der Natur hing er mitganzer Seele, wie ein Kind an der Brust der Mut-ter; sie tränkte sein Talent und offenbarte ihm alleihre Herrlichkeiten, und nebenbei gesagt, sie war ihmlieber als die Tradition der Meister; ein über-schwängliches Versinken in den süßen Wahnwitz derKunst, ein unheimliches Gelüste nach Traumweltge-nüssen, ein Abfall von der Natur, hat also eben-falls den vortrefflichen Mann nicht in den Tod
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10 (1862) Französische Zustände : Th. 3, Die parlamentarische Periode des Bürgertums. Hälfte 2
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