gelockt. Auch waren seine Finanzen wohlbestellt, erwar geehrt, bewundert, und sogar gesund. Waswar es aber? Hier in Paris ging einige Zeit dieSage, eine unglückliche Leidenschaft für eine vor-nehme Dame in Rom habe jenen Selbstmord ver-anlasst. Ich kann nicht daran glauben. Robert wardamals achtunddreißig Jahre alt, und in diesemAlter sind die Ausbrüche der großen Passion zwarsehr furchtbar, aber man bringt sich nicht um, wiein der frühen Jugend, in der unmännlichen Wer-ther-Periode.
Was Robert aus dem Leben trieb, war viel-leicht jenes entsetzlichste aller Gefühle, wo ein Künst-ler das Missverhältnis entdeckt, das zwischen seinerSchöpfungslust und seinem Darstellungsvermögen,stattfindet; dieses Bcwusstsein der Unkraft ist schonder halbe Tod, und die Hand hilft nur nach, umdie Agonie zu verkürzen. Wie brav und herrlichauch die Leistungen Robert's, so waren sie doch ge-wiss nur blasse Schatten jener blühenden Natur-schönheiten, die seiner Seele vorschwebten, und eingeübtes Auge entdeckte leicht ein mühsames Ringenmit dem Stoff, den er nur durch die verzweislungs-vollste Anstrengung bewältigte. Schön und fest sindalle diese Robert'schen Bilder, aber die meisten sindnicht frei, es weht darin nicht der unmittelbare Geist,