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6 (1828)
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Auslegung der Bergpredigt Christi.Matth. Z. 6. 7.

B o r r e d e.

Ach habe fast gerne gesehen, daß diese meine Predigten über die dreyCapitel St. Matthai, welche St. Augustinus nennet des Herrn Pre-digt auf dem Berge, ausgehen, ab Gott wollte seine Gnade darzuverleihen, baß solche Lehre Christi möchte in rechtem, gewissem, Christ-lichem Verstände bleiben und erhalten werden, weil es sogar gemeineSprüche und Texte sind, durch die gantze Christenheit gewaltiglichgetrieben und geübet. Denn ich nicht zweifele, ick) habe den Mei-nen und wer es begehrt, den rechten, lautern, christlichen Verstandhierin vorgelegt.

Und kann nicht wissen, wie der leidige Teufel sonderlich das fünfteCapitel durch seine Apostel so meisterlich verdrehet und verkehret hat,daß er eben das Widerspiel daraus gemacht. Und gleich wie Chri-stus fürsetziglich darinnen hat wollen aller falschen Lehre begegnen,und den rechten Sinn der Gebote Gottes eröffnen, wie er bedingetund spricht, Matth. 3, 17.: Ich bin nicht kommen, das Gesetz auf-zulösen, und nimmts dazu von Stück zu Stück, und wills ja klarund gewiß genug machen: noch hat der höllische Satan keinen Textin der Schrift funden, den er schandlicher verkehret und mehr Irr-thum und falscher Lehre daraus gemacht hat, denn eben diesen, derdarzu geordnet und gestehet ist von Christo selbst, daß er sollte fal-scher vorkommen. Das heißt ein Meisterstück des Teufels.

Als erstlich sind in diß fünfte Capitel gefallen die groben Saueund Esel, Juristen und Sophisten, des Pabstesels rechte Hand, undseine Mammelucken. Die haben aus dieser schönen Rose solchenGisst gesogen und in alle Welt gestreuet, damit Christum verscharretund den Endechrist erhebet und erhalten, nemlich, daß Christus hiernicht von seinen Christen alles geboten, noch gehalten wolle haben,was er im fünften Capitel lehret, sondern habe viel Stück allein ge-rathen denen, so vollkommen seyn wollen, und möge sie halten, werda wolle; unangesehen, daß Christus daselbst zorniglich dräuet: siesollen im Himmel nicht seyn, wer der geringsten solcher Gebote einsauflöset, und nennets mit dürren Worten: Gebote.

Daher haben sie zwölf Consisis kmsnAeiii erdichtet, zwölf gu-ter Rathe im Evangelio, die man halten möge, wer da wolle, so er