Briefwechsel mit Friedrich Nicolai. !5r
„von Wein, Bier und allen hitzigen Sachen. Indeß„behielt er doch immer etwas von der Hypochondrie, ein„Drücken oberhalb des Magens, und ein anscheinendes„Fieber zu den -Verdauungszeitcn, welche des Nachts„mit einem kalten Schweiße und einer anhaltenden„Schlaflosigkeit nach Mitternacht begleitet wurden. Dies„wahrte unter allerhand Abwechselungen an zwanzigJahre„fort. Er trank jahrlich den Pyrmonter, auch wohl den„Seltcrser Brunnen, brauchte viel China und Rhabar-ber, aber alles ohne dauerhafte Wirkung."
„Endlich -nachte er folgenden Schluß: Die ver-„meyutlichen Fieber sind wohlthatige Bewegungen der„Natur, wodurch sie sich desjenigen bey sitzenden Ge-kehrten zu entledigen denkt, was arbeitende Leute durch„den Schweiß verlieren; und der nächtliche Schweiß ist„ein Zeichen, daß die Haut bey Tage wenig ausdünstet,„und nur alsdann etwas durchlaßt, wann ihr Netz durch„einen kurzen Schlaf erschlaffet worden."
„Anstatt also diese wohlthatigen Bewegungen oder„die sogenannten IlallnuKemens durch kühlende Mittel„zu unterdrücken, will ich sie vielmehr befördern; aber„ich muß alle Verstopfungen der Haut und der innern„Theile heben. — Daher brauchte er erst im Frühjahr„eine Dose von Löffelblatt, welche ihm die Lunge merk-lich befreyte; zugleich rieb er sich mit einer Bürste von„Ziegenhaar alle Morgen den ganzen Körper, und trug„des Tages ein Hemd von Flanel."
„Jetzt fühlte er, daß alle Eschoffemens wohlthätig„wurden; er vermehrte dreist die Bewegungen, die ihm„vorher, da die Lunge verschleimt, und die Haut zu fest„war, beschwerlich und schädlich gewesen waren; und„wie er sich so fühlte, aß und trank er etwas mehr als
„er