iSio Briefwechsel mit Friedrich Nicolai.
Mein Uebel besteht bloß in einer Straffheit der Ner-ven, welche ich mir durch kaltes Baden zugezogen habe;die sich in den äußerlichen Theilen schon ganz verlorenhat, und sich hoffentlich eben so nach und nach in deninnerlichen verlieren wird. In dieser Absicht lasse ichalle Krämpfe ansdauern, und sehe solche als wohltha-tige Bemühungen der Natur an, die zu dem großenZwecke der Besreyung arbeiten.
Daß Sie künftiges Jahr nicht nach Pyrmont kom-men wollen, hatten Sie nicht nöthig gehabt, so frühzu sagen; so hatte ich doch wenigstens die Hoffnung nocheine Zeitlang behalten.
Unter Mosers Nachlasse fand sich über die Hy-pothese, wodurch er seine Unpäßlichkeit zu erklärensuchte, folgendes. Er hatte es vermuthlich zumBehufe einer eigenen Lebensbeschreibung aufgesetzt,in welcher er von sich in der dritten Person redenwollte.
„In seinem 5vsten Jahre wählte er sich ein ganz„neues System zur Erhaltung seiner Gesundheit, wel-„ches vielleicht einige Nachahmung verdient. Er war„von Jugend auf ein frischer, starker und gesunderMann.„Allein in seinem zosten Jahre um Mitternacht, als er„im eifrigsten Schreiben war, dünkte es ihn, daß sich„auf einmal eine Menge von Blähungen, besonders im„Rücken und in der Brust, erhoben. Er wurde bald„hierauf von einem Blutspeycn übereilt, nachdem er drey„Glas Bleiche« getrunken; und befand sich immer schwäch-licher. Jedoch erhielt er sich durch seine gute Diät,„durch Brusttranke, und eine drcyjährige Enthaltung
„von