Briefwechsel mit Friedrich Nikolai. 189
Daher kommt die Verschiedenheit meines Stils. Har-lekin ist in dem gewöhnlichen Gerichtssiil geschrieben;und ein Franzose, der ihn in einem Brüsseler Journaleübersetzt und den lstle 6u bnrrenu nicht verstanden, hakein ganz possierliches Ding daraus gemacht. Bey deinallen bleibt Marivaux, ills rueos Imbuit <^ui prlmusamores, mein alter Liebling, und ich schäme mich nicht,es zu bekennen, daß ich ihm vieles zu danken habe. Dasallgemeine Urtheil, was man insgemein von ihm fallet,trist seine Theaterstücke, aber nicht seine beiden Romane,die in meinen Schuljahren in aller Dilettanten Handen wa-ren. Jedoch ist jetzt Rousseau der einzige unter den Fran-zosen, czui. lpeAntorem odlsZmt. So viel hicvon !
Den guten Rath, mich der Kampsschen Klystierezu bedienen, befolge ich insofern, daß ich mir Ruhe da-durch verschaffe, wenn ich zu lange schlaflos binAber einen anhaltenden Gebrauch habe ich noch nicht da-von gemacht, weil ich mir immer noch schmeichle, durchHülfe der Narur zu genesen. Das künstige Frühjahrsoll hierüber entscheiden; indem sich meiner Meynungnach gegen diese Zeit jede Stockung in meinem Korperaufgelöset haben muß. Die Natur bedient sich hiezu,wie in allen Rheumatismen, des Weges der Abschwa-chung, und die Klystiere starken.
Mein
Ich lasse dieß und was folget, abdrucken, damit manmeines Freundes eigentlichen Begriff von seinen Leibcs-beschwerden erkenne, weil davon auch schon etwas öffent-lich erwähnt worden ist (Berlinische Monatsschrift 1794.S. 489.). Vielleicht hätte sein Leben verlängert werdenkönnen, wenn er auf diese sehr sinnreiche und vielleicht ingewisser Betrachtung nicht ganz unwahre Theorie, nurnicht allzuviel gegeben hätte. Man sehe auch den BriefNr. Z8, dessen scherzhafte Dreistigkeit wohl kein Leserverkennen wird. Ni