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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
188
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>88 Briefwechsel mit Friedrich Nicolcn.

Z6.

Osnabrück, dcn 17. Dec. 1785.

Dickster Freund! Das Stück Nr. 49 ist völlig so ge-blieben, wie ich es 1746 entworfen, und mit dem Mi-nisierialbcfehlc:mich künftig dergleichen ge-fährlicher Schilderungen zu enthalten,"zurück erhalten habe Sie werden Sich davon leichtüberzeugen, wenn Sie die Compagnons dazu, in demVersuche einiger Gemälde von dcn Sittenunserer Zeit nachschlagen. Ihnen ist es vermuth-lich aufgefallen, weil man zu der Zeit in Deutschlandnoch wenig so schrieb. Allein ich hatte meine ersten Schul-übungen nach Marivaux gemacht, meinen St. Evre-mont mehr'als zehnmal durchgclcsen, und nach fran-zösischen Mustern gearbeitet; das machte mich in der Mo-ral zu fein und fast spitzfindig. Nachher studirtc ich nachVoltaircn, und gab in seiner Manier ein Schrei-ben über dcn Charakter Martin Luthersund seiner Reformation heraus. Allein ichmerkte bald, daß seine Manier ihm allein wohl stand,und daß man seinen ganzen Geist haben müsse, um sichnach ihm zu bilden. Eine Zeitlang gefiel mir der AbbeCoyer; und zuletzt zog mich Ro usscau ganz an sich.

Daher

Im IVten Bande der Phantasiern, S. >88. N.

**) Nehmlich dieser Aufsatz hatte in einem Wochenblatte:Versuch eines Gemäldes der Sitten unse-rer Zeit, welches M. im I. 1746 zu Hannover her-ausgab, gedruckt werden sollen. Man sieht, wie eng-herzig damals die Gesinnungen in Hannover waren, mansieht aber auch, welche Anlage zur trestichen SchreibartM. schon damals hatte. Dieser verbotene Aufsatz ist bes-ser als einer der in dem Wochenblaccc abgedruckten. N.