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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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In diesem Sinne spricht auch unser HcrrH:wie ich lebeum des Vaters willen, so werdet auch ihr leben um meinet-willen." Hiermit stimmt überein, was Paulus sagtP:euch ist um Christi willen die Gnade zu Theil geworden,daß ihr nicht allein an ihn glaubt, sondern auch um seinet-willen leidet.

6. Hier, wie Lombardus-) und die Scholastiker, dieFrage aufzuwerfen, ob Christus sich selbst eine Belohnungverdient habe, ist eine thörichte Neubegier, und dieselbe zubejahen, eine vermessene Behauptung. Denn wozu war esnöthig, daß der eingeborene Sohn Gottes vom Himmelhernieder kam, um sich etwas zu verdienen? Und Gottselbst löset durch die Enthüllung seines Rathschlusses jedenZweifel: denn es wird nicht gesagt, daß der Vater desSohnes Nutzen bei dessen Verdiensten bedacht, sondern ihnin den Tod dahin gegeben und seiner nicht geschont habe,weil er die Welt liebte. ^) Zu bemerken sind auch die pro-phetischen Ausdrücke^):ein Sohn ist uns geboren"unddann:freue dich, Tochter Zion! siehe, dein König kommtzu dir!" Ueberflüßig und bedeutungslos würden sonst auchdie Worte seyn, in welchen Paulus °) die große Liebe prei-set, daß Christus für Feinde gestorben ist. Daraus gehthervor, daß er nicht sich selbst berücksichtigt hat, wie erdeutlich versichertPIch heilige mich selbst für sie." Dennwer die Frucht seiner Heiligkeit Andern zuwendet, beweisetdadurch, daß er nichts für sich suche. Und wahrlich, einenüberschwenglichen Werth hat die Ueberzeugung, daß Christus,um sich ganz unserem Heil zu widmen, sich selbst gewisser-maßen vergessen hat. Mit Unrecht berufen sie sich auf diePaulinische Stelle'):darum hat her Vater ihn erhöhet,und hat ihm einen Namen gegebenw." Denn durch welche

1) Kap. 37, 35. 2) 1 Joh. 2, 12. vcrgl. Apgsch. 10, 43. 3) Joh. 6,57. 4) Phil. 1, 29. 5) Lenteinisruin Üb. 3. lllst. 13. g) Röm.8, 32. Joh. 3, 15. 7) Jesa. 9, 6. Zachar^ 9, 9. 8) Rom. 5, 10.S) Joh. 17, 19. 10) Phil. 2, 9.