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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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auch durch unsere Schuld Sünder stud, so bleiben wir doch

seine Geschöpfe; haben wir uns auch den Tod zugezogen,so hatte er uns doch zum Leben geschaffen. So wird erdurch unverdiente freie Liebe gegen uns bewogen, uns inGnaden wieder anzunehmen. Sind aber Heiligkeit undSünde ewig von einander geschieden, so kann er uns nichtzu Kindern annehmen, so lauge wir noch Sünder sind. Umdaher jede Ursache zur Feindschaft hinwegzunehmen, und'uns ganz mit sich zu versöhnen, vertilgt er in uns alles,was Sünde heißt, durch die in Christo veranstaltete Ver-söhnung, so daß wir nun vor ihm gerecht und heilig erschei-nen, da wir vorher unrein und sündig waren. Also dieLiebe Gottes des Vaters geht unserer Versöhnung in Christovoraus, oder vielmehr, weil er uns zuvor liebt, so.ver-söhnt er uns nachher mit sich. Aber weil so lange, bisChristus mit seinem Tode hinzutritt, die Sünde in unsbleibt, welche Gottes Mißfallen verdient, und vor ihm rc-slucht und verdammt ist; so haben wir nicht eher völligeund wahre Gemeinschaft mit Gott, als bis Christus unsvereinigt hat. Also wollen wir in Gott den versöhntenund gnädigen Vater besitzen, so müssen wir Blick und Herzeinzig ans Christus heften, der uns allein der Gnade theil-haftig macht, daß uns unsere Sünden nicht zugerechnetwerden, deren Zurechnung Gottes Strafe nach sich zieht.

4. Ans diesem Grunde sagtauch Panlusch: ,,die Liebe,die Gott zu uns vor Schöpfung der Welt gehabt,gründe sich auf Christum." Dieser deutliche undschriftmäßige Aussprnch kann am besten diejenigen Stellenmit einander in Einklang bringen, in denen gesagt wird "):Gott habe seine Liebe gegen uns darin bewiesen, daß erseinen eingcbornen Sohn in den Tod gegeben, und doch seyer uns feind gewesen, bevor er durch den Tod Christi unsversöhnt worden." Um aber auch diejenigen vollkommenzu überzeugen, die dafür einen Beweis aus den Schriften

1> Eph. 1, 4 ?c. Z) Rom. 5, to. Ich. Z, 16. 1 Joh. 4, Z.