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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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nämlich an die Aussprache des Iercmias und Paulus,welche das alte Testament von dem Worte der Gnade undBarmherzigkeit unterscheiden, und erklärt sich darüber sehrschön also:von Anbeginn der Welt seyen die Kinderder Verheißung, als die von Gott Wiedergebornen, in dasN. T. eingeschlossen gewesen, und hatte durch den in Liebethätigen Glauben den Geboten gehorcht. Dabei warteten zsie nicht auf leibliche, irdische und zeitliche Güter, sondernauf geistige, himmlische und ewige. Vorzüglich glaubten siean den Mittler, durch welchen sie den Beistand des Geisteszu guten Thaten und Vergebung ihrer Sünden zu empfan-gen hofften." Dasselbe behaupte auch ich:alle die From-men, welche Gott von Anfang an auserwählte, wie dieSchrift sagt, hatten mit uns einerlei Segen und Antheilan dem ewigen Heil." Nur gehe ich darin vom Angustinab, daß ich (nach dem bekannten Ausspruch Christi:Gesetzund Propheten galten bis aufJohannes, seit dem wird dasReich Gottes gepredigt") zwischen der hellen Lehre desEvangeliums und dem dunkeln Worte der frühern Offen- !barung unterscheide, er aber bloß zwischen der Schwächedes Gesetzes und der Kraft des Evangeliums. Auch darfes nicht übersehen werden, daß die h. Väter des A. T. sichnicht darauf beschränkten, sondern sich immer nach dem iNeuen sehnten, und desselben auch theilhaftig wurden. Demivon denen, die,, zufrieden mit dem gegenwartigen Schatten-werk, ihren Blick nicht auf Christum richteten, sagt derApostel, daß sie der Blindheit und dem Fluche Preis gege-ben waren. Läßt sich auch, um nur einiges anzuführen,eine größere Verblendung denken, als durch geschlachtete IThiere seine Sünden versöhnen, durch Abwaschung mitWasser eine innere Reinigung bewirken, durch herzlosenCercmoniendienst Gottes Wohlgefallen suchen wollen? Aufdergleichen Ungereimtheiten verfallen alle, welche ohne aufChristum zu sehen, den äußern Handlungen des Gesetzesanhangen.

11. Der fünfte Unterschied endlich, der sich zwischen