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da cr wider Erwarten den Bruder versöhnt findet.') Kaumhat cr das Land der Väter betreten, so raubt der Tod ihmRahel, fein einzig geliebtes Weibck) Bald nachher erhält erdie traurige Nachricht^), daß der Sohn, den sene ihm ge-boren, und den er vor allen lieb hatte, von einem wildenThiere zerrissen sey; und wie sehr dieser Verlust ihn be-trübte , erhellet daraus, daß er lange Zeit um ihn weinte,sich nicht trösten lassen wollte, und sprach: ich muß mit Leidhinunterfahren in die Grube zu meinem Sohne. WelchenKummer und Herzeleid macht ihn die Schändung seiner enführ-tcn TochterH, und die Verwegenheit, mit welcher seine Söhne,um diese Schmach zu rächen, über Sichems Bewohner hin-terlistig herfallen und schweres Unglück anrichten, so daßsein Name nicht bloß übel berüchtigt ward bei allen Be-wohnern des Landes, sondern diese Gewaltthat auch au-genblicklich seinen Untergang herbeizuführen drohte. SeineBckümmcrniß wird vermehrt durch den schrecklichen Frevel,den Rubens, sein erstgcborner Sohn, verübt: denn ist esein großes Unglück, seine Gattin entehrt zu sehen, wiewehe muß es thun, wenn der eigene. Sohn diesen Frevelbegeht? Nicht lange nachher wird durch ähnliche Blutschan-de^) die Familie befleckt, und solche Uebelthatcn müssenselbst das Gemüth dessen bestürmen, den sonst kein Unfallniederbeugt. Gegen Ende seines Lebens, wo er den Hun-gertod von sich und den Seinigen abzuwenden sucht^), em-pfängt cr die neue Unglücksbotschaft, daß sein zweiterSohn Simeon im Gefängnisse liege, und muß, um diesenwieder zu erhalten, seinen Liebling Benjamin fremden Hän-den überlassen. Konnte Jakob bei so vielfältigen Unfällenund Leiden jemals einen freudigen Augenblick haben? Da-rum antwortet er auch dem Pharao °): „wenig und böseist die Zeit meiner Wallfahrt." Wenn er aber versichert,
t) t Mos. L. 32 und ZZ. 2) t Mos. 35, 16. tö. 3) Mos. L. 37.4) t Mos. L. 34. 5) t Mos. 35, 22. 6) t Mos. <3.38. 7)tMos.c. 42. 8) t Mos. 47, ö.