416
Ein Privatmann war Boas, der sein Versprechen, die Ruthzn ehelichen, ebenfalls eidlich bekräftigte, und Obadja, einfrommer und gottesfürchtiger Mann, der dem Ahab eidlichversichert, daß er Elias Herz erweichen wolle. Die Pflich«ten, die wir in Absicht des Eides zu beobachten haben, sindalso diese: wir müssen nicht leichtsinnig und unnöthig, nichtaus Muthwillen oder in böser Absicht schwören, sondernwenn es die Noth erfordert, um Gottes Ehre und dasBeste unseres Nächsten zu befördern, worauf das Gebothinweiset.
Das vierte Gebot.
»Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollstdu arbeiten, und alle deine Werke thun; aber am siebenten Lageist der Sabbath des Herrn deines Gottes. Da sollst du keineArbeit thun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch deinKnecht, uoch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling,der in deinen Thoren ist. Denn in sechs Tagen hat der HerrHimmel und Erde gemacht, und das Meer und alles, was da-rinnen ist; und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete derHerr den Sabbathtag, und heiligte ihn.«
28. Der Zweck dieses Gebotes ist, daß wir, eigenenNeigungen und Werken abgestorben, nach dem Reiche Got-tes trachten, und in diesem Trachten nach seiner Vorschriftuns üben sollen. Weil es aber einen eigenthümlichen undvon den übrigen ganz verschiedenen Gegenstand behandelt,so bedarf es auch einer besondern Erläuterung. Die Altenpflegen dies Gebot ein vorbildliches zn nennen, weil es sichauf die äußerliche Feier eines Tages bezieht, welche sammtden übrigen Vorbildern durch die Erscheinung Christi ist auf-gehoben worden. Das ist zwar richtig erschöpft aber dieSache nur zur Hälfte. Man muß also bei der Erklärungdieses Gebotes noch etwas Liefer eingehen, und folgendedrei Vorschriften in demselben unterscheiden. Der himmli-sche Gesetzgeber wollte nämlich zuerst unter der Feier dessiebenten Tages, dem Volke Israel die geistige Ruhe abbil-