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Mcnschcndicbcn, den Lügnern, den Meineidi-gen, und so etwas mehr der hcilsamcn Lehre zu-wider ist." Er erklärt nämlich das Gesetz für ein Mittel,die wilden und sonst unmaßig ausschweifenden sinnlichenLüste zu bezähmen.
lt. Diese doppelte Anwendung läßt auch ein anderer Aus-spruch des Apostels zuJ: „das Gesetz sey der Juden Zucht-mcister gewesen auf Christum." Es giebt nämlich eine zwie-fache Klasse von Menschen, welche es durch seine Zucht zuChristus führt. Die eine, von der wir zuerst sprachen, be-steht aus solchen Menschen, die wegen eines zu großen Ver-trauens auf eigene vermeintliche Kraft und Heiligkeit derGnade Christi nicht theilhaftig werden können, bevor sienicht zur Demuth zurückgebracht sind. Diese demüthigt alsodas Gesetz, indem es sie zur Erkenntniß ihres Elends führt,so daß sie nach dem verlangen lernen, was sie früher beisich nicht vermißten. Andere müssen durch strenge Zucht ge-zügelt werden, damit ihre sinnliche Lust nicht zu weit ans-schweife, und das Trachten nach der Gerechtigkeit ganzlichverhindere. Denn wo der Geist Gottes noch nicht regiert,da werden die Begierden oft so heftig, daß der ihnen un-terworfene menschliche Geist in Gefahr steht, Gott zu ver-gessen und zu verachten; was sicherlich geschehen würde,wenn der Herr es nicht durch dieses Mittel verhindert. Diezum Erbe seines Reiches Auserwahltcn erhält er also, wenner sie nicht augenblicklich erneuert, bis zu seiner Hcimfüh-rung durch des Gesetzes Werke in seiner Furcht, die zwarnicht so heilig und rein ist, wie sie seinen Kindern geziemt,doch dazu nützlich, daß sie nach ihrem Vermögen zur wah-ren Frömmigkeit angeleitet werden. Dafür giebt es so vieleBeweise, daß wir gar keines Beispiels bedürfen. Denn wereine Zeitlang in der Entfremdung von Gott wandelte, wirdes eingestehen, daß das Gesetz ihn in einiger Furcht vorGott und in einer Art von Gehorsam erhielt, bis er, vom
t) Gal. Z, 24.