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lassen. Sie werden also dadurch weder besser noch gerech-ter vor Gott. Denn wiewohl sie aus Furcht oder Schaamnicht wagen, ihre bösen Vorsätze auszuführen, und ihrewilden Begierden hervorgehen zu lassen: so haben sie dochkein zur Ehrfurcht und Gehorsam gegen Gott geneigtesHerz; ja je größern Zwang sie sich äußerlich anthun, umso mehr entbrennen sie im Innern, und würden, wenn dasGesetz sie nicht abschreckte, zu jeder Lasterthat bereit seyn.Und das nicht allein; auch das Gesetz hassen, Gott denGesetzgeber verwünschen sie, und würden, wenn es in ih-rer Gewalt stünde, ihn vernichten, da er ihnen, weil erwas Recht ist gebietet und die Verächter seiner Majestätbestraft, unerträglich ist. Alle nicht Wiedergebornen, Einigeoffenbarer, Andere versteckter, unterwerfen sich nur ungernund widerstrebend aus bloßer Furcht dem Gesetze. Aberdiese erzwungene Gerechtigkeit ist zur Erhaltung der Ruhein der menschlichen Gesellschaft nothwendig, da Verwirrungund Aufruhr entstehen würde, wenn Allen alles frei stände.Sogar für die Kinder Gottes ist diese Zucht heilsam, solange sie vor ihrer Berufung, des Geistes der Heiligungentbehrend, in der Thorheit des Fleisches sich wohl seynlassen. Denn indem sie von der Furcht vor der göttlichenStrafe, von einem zügellosen Wandel abgehalten werden:so werden sie zwar, ohne Erweichung des Herzens, vorder Hand nur erst wenig in der Besserung vorrücken, abersich einigermaßen an die Vorschrift der Gerechtigkeit gewöh-nen, so daß sie bei ihrer Berufung nicht ganz nngeartetund der innern, geistigen Zucht fremde sind. In dieser Be-ziehung mag, wie ich glaube, der Apostel gesagt haben ft:„daß dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, son-dern den Ungerechten und Ungehorsamen, denGottlosen und Sündern, den Unheiligcn und
Ungeistlichen, den Vater mördern, den Todtschlä-gern, den Hurern, den Knabensch ändern, den
1) Tim. i, s. io.