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schuldig erkenne; aber er erklärtauch'): „Gott ließ Allein Unglauben verfallen, nicht um sie zu vorder,den, sondern um sich Aller zu erbarmen." Siesollten nämlich, mit Verwerfung jedes eigenen Verdienstes,alles von der Hand Gottes erwarten, und als arme, schwa-che, sündige Geschöpfe seine Barmherzigkeit, die er in Christoallen darbietet, welche darnach im wahren Glauben vertan,gen, ergreifen, und sich darauf verlassen, statt auf eigeneGerechtigkeit. Denn in den Vorschriften des Gesetzes er-scheint Gott nur als Vergeltcr der vollkommenen Gerechtig-keit, deren wir alle ermangeln, dagegen aber als ein stren-ger Rächer der Laster. In Christo aber leuchtet uns seinefreundliche Gnade und Leutseligkeit auch gegen arme undunwürdige Sünder entgegen.
9. Von der Wirksamkeit des Gesetzes zur Erweckungdes Verlangens nach Gottes Gnade redet Augustin oft,wie im Briefe an den Hilarius-): „aus dem Gesetze lernenwir, wenn wir es erfüllen wollen, und unsere schwacheKraft unter seiner Last erliegt, die Gnade suchen." Ebenso im Briefe an den Asellius°): „das Gesetz bringt denMenschen zur Erkenntniß seines Unvermögens und zum Fle-hen um die Gnade Gottes in Christo." Im Briefe an denInnocentiusH heißt es: „das Gesetz gebietet, und dieGnade verleihet Kraft zur Erfüllung." Auch in der Schriftan den Valentinus''): „Gott fordert, was wir nicht ver-mögen, damit wir wissen, was wir von Gott zu erbittenhaben." Ferner °): „das Gesetz ist gegeben, um euch an-zuklagen, über eure Sündcnschuld euch zu ängstigen, durchdie Angst euch zur Bitte um Gnade zu führen, und dasVertrauen auf eigene Kraft in euch zu vertilgen." Des-gleichen'): „das Gesetz soll das Große klein machen, undunsere Untüchtigkcit zur Erlangung der Gerechtigkeit kundthun, damit wir bei unserer Armuth und Uuwürdigkcit un-
t) Ziöm. 4, 22. 2) L^isr. 89. 2) ZZxisr. 190. 4) Tpist. 9. 2) Ilb.
corrext. et gratis. 6) in ?s. 70. 7) in ?s. 113.