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jeden überläßt, oh er sie annehmen oder verwerfen wolle,sondern daß er auch selbst im Menschen die Wahl und denWillen schaffe, und daß jedes nachhcrige gute Werk seinGeschenk sey, und daß es keinen andern willigen Gehorsamgegen ihn gebe, als den er selbst wirkt. Denn auch dassind Augustin's Worte: „jedes gute Werk in uns wirkt nurdie Gnade."
14. Wenn er aber sonst sa^t, daß'durch die Gnade derWille nicht aufgehoben, sondern der böse in einen gutenverwandelt, und dieser unterstützt werde: so giebt er hier-mit nur zu verstehen, daß der Mensch nicht ohne Antriebseines Herzens, und gleichsam wie durch einen äußern An-stoß zum Gehorsam geführt werde, sondern daß er innerlichso bewegt werde, daß er von Herzen gehorche. Daß den Auser-wählten solche Gnade ausschließlich und umsonst gegeben wer-de, schreibt er gn-chen BonifaciusH: „wirwisscn, daßnichtallenMenschen die Gnade Gottes ertheilt wird, und denen, diesie empfangen, nicht wegen des Verdienstes ihrer Werke,oder ihres Willens, sondern aus bloßer Gnade; und wo sieeinigen verweigert wird, da geschieht es nach einem gerech-ten Rathschlusse Gottes." In demselben Briefe bekämpfter auch die Meinung derer, welche fagM, daß den Men-schen ihres Verdienstes wegen die nachfolgende Gnade zuTheil werde, weit sie sich derselben durch ihren Gehorsamgegen die erste Gnade würdig gemacht haben. Er will näm-lich dem Pelagius beweisen, daß wir der Gnade bei allenunsern Werken bedürfen, aber nicht für die Werke als Lohnerhalten, so daß es eine wahre Gnade sey. Um aber seineMeinung über die Freiheit des Willens ganz kürzlich dar-zustellen, so stehe hier, was er im achten Kapitel seinerSchrift au den Valcntinus sagt: der menschliche Wille er-lange nicht durch die Freiheit die Gnade, sondern durch dieGnade die Freiheit, Dieselbe Gnade wirke, indem sie demMenschen freudige Empfindung einflößt, in ihm Beständig-
1) Ljyzt, Isti. zU Loiüg cl echsc. 10Z. »4 Lcxrurn.