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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
Entstehung
Seite
225
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Stamm vertilgt werden.') Mit Wahrheit sagt Jehu, essey keines der Worte Gottes ans die Erde gefallen, sonderner habe gethan, was er durch den Mnnd seines KnechtesElias geredet. Und doch straft er die Bürger Samaricns,weil sie dazu geholfen. Seyd ihr gerecht? sprichter. Wenn ich gegen meinen Herrn mich verschwo-ren habe, wer hat alle diese getödtet? Ich habeschon, wenn ich nicht irre, deutlich entwickelt, wie in ei-nem und demselben Werke des Menschen Frevel sich offen-bare und Gottes Gerechtigkeit hervorleuchte; und beschei-denen Seelen wird immer Auguftinus Antwort genügen:da der Vater den Sohn, und Christus seinen Leib und Ju-das den Herrn dargcgcbcn hat, warum anders ist in die-ser Uebcrantwortnng Gott gerecht, der Mensch schuldig, alsweil in Einer Sache, die sie gethan, die Ursache nicht Eineist, warum sie solche gethan haben? Sollte sich aber je,wand nicht darein finden können, wenn wir jetzt sagen, daßkeine Uebereinstimmung Gottes mit dem Menschen statt fin-de, wenn dieser auf jenes gerechten Antrieb thut, was ernicht darf, der erinnere sich eines andern Ausspruchs Au-gustins: Wer müßte nicht vor jenen Gerichten erzittern, woGott in den Herzen der Bösen wirkt was er will und den-noch nach ihrem Verdienst ihnen vergilt? Und fürwahr beiJudas Verrath wird es eben so wenig erlaubt seyn, dieSchuld des Verbrechens Gott zuzuschreiben, der selbst woll-te, daß sein Sohn sollte dem Tode übergeben werden undihn in den Tod gab, als dem Judas die Ehre der Erlö-sung beizulegen. Anderswo bemerkt sehr wahr derselbeSchreiber: bei dieser Untersuchung frage Gott nicht, wasdie Menschen gekonnt/ oder was sie gethan, sondern wassie gewollt haben, so daß Vorsatz und Wille zur Rechen-schaft kommen. Welchen solches hart dünket, die mögen einwenig bedenken, ob ihr Murrsinn verzeihlich sey, womitsie dnrch die deutlichsten Zengnisse der Schrift bestätigte

t) 1 Kön. 10, 7.Cawins Inst. 1r. Bd.

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