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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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oder Schweiß ohne Gefahr ist? Wohin du dich auch wen-dest, alles was dich umgiebt, ist nicht blos unzuverläßig,sondern droht dir offen entgegen und scheint des Todes Na-he zu verkünden. Gehe zu Schiff, du bist einer Hand breitvom Tode entfernt. Besteige ein Pferd, an dem Strauchelneines Fußes hängt dein Leben. Wandle durch die Straßender Stadt; so viel Ziegel auf den Dächern, so viel Gefah-ren umgeben dich. Ein Gewehr in deiner oder deines Freun-des Hand, ist ein offner Feind. Wie viele wilde Thieresiehst du; sie sind zu deinem Verderben gerüstet. Magst duin deinem wohlbewahrren Garten dich einschließen, wo nichtsals Lieblichkeit erscheinet, da lauert zuweilen die Schlange.Dein Haus immer dem Feuer zugänglich, droht bei Tagedir Armuth, bei Nacht auch Erdrückung. Der Acker, dem 'Hagel, dem Reife, der Dürre und andcrm Wetter ausge-setzt, verkündet dir Mißwächs und durch denselben Hunger.Ich übergehe Vergiftungen, Heimtücke, Räuberei, offne An-griffe, die theils in unsern Häusern, theils draußen unsnachstellen. Muß nicht in solchen Engen der Mensch höchstunglücklich seyn, als der halblebcnd im Leben seinen ängst-lichen und matten Othcm zieht, nicht anders als ob überseinen Nacken immer ein Schwerdt hinge? Du wirst sagen,solches geschehe selten oder wenigstens nicht immer, noch beiallen, niemals aber alles zugleich. Ich gestehe es; aber dawir durch die Beispiele anderer erinnert werden, daß auchuns dasselbe widerfahren könne, daß unser Leben nicht mehrals das ihrige eine Ausnahme machen müsse, so müssenwir ebenso fürchten, daß auch uns solches begegnen könne.Läßt sich etwas Unseligeres denken als ein solches Zagen?Dazu kommt, daß es Gott nicht zur Ehee gereichen würde,wenn man sagt, er habe den Menschen, das edelste derGeschöpfe, jeglichem blinden und zufälligen Stoß des Schick-sals blos gestellt. Aber hier haben wir blos den Zweck,von des Menschen Elend zu reden, welches er empfindenmuß, wenn er der Herrschaft des Schicksals anheim gege-ben ist.