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finden. Dies ist im Allgemeinen wahr, nur mnß eS auchnicht unsern Augen und Sinnen entgehen, was die Erfahrunguns zeigt, daß eine Mutterbrust voll, die andere fast leer ist,jcnachdcm Gott den einen Säugling reichlich, den andernspärlich ernähren will. — Welche aber die Allmacht Gottesgebührend preisen, ziehen daraus den doppelten Nutzen, ein-mal, daß sie erkennen, wie in ihm ein unerschöpfliches Ver-mögen wohlzuthun sey, in dessen Besitz Himmel und Erdesind, und ans dessen Wink alle Geschöpfe sehen, um ihm zugehorchen; darnach, daß sie sicher in seiner Obhut ruhenkönnen, dessen Willen alle schädlichen Dinge, vor welchenman sonst sich zu fürchten hätte, Unterthan sind, durch dessenGewalt der Satan, mit allem seinem Heere und Tücken, wiemit einem Gebiß, gczügclt wird, von dessen Winke Alles,was unserm Heil widerstrebt, abhängt. Nur dadurch kannjede unmäßige und abcrglänbige Furcht, die wir zuweilen beidrohender Gefahr empfinden, gemäßigt oder gestillt werden.Unter abcrgläubigcr Furcht verstehe ich eine solche, wenn wir,sobald Geschöpfe uns bedrohen oder irgend einen Schrecken unseinflößen, so sehr erzittern, als ob sie ans sich selber dieKraft hätten uns zu schaden, oder von selbst und durch Zu-fall uns verletzen könnten oder gegen ihre Anfeindungen nichtgenug Hülfe in Gott wäre. So z. V. gebeut der Prophet'),daß die Kinder Gottes sich nicht vor den Gestirnen und Zei-chen am Himmel fürchten sollten, wie die Ungläubigen pfle-gen. Nicht jede Furcht verdammt er hiemit; aber, indem dieUngläubigen die Regierung der Welt nicht Gott, sondern denGestirnen zuschreiben nnd wähnen, daß ihr Heil oder Unheilvon der Gestirne Bestimmung und Vorbedeutung, nicht abervon Gottes Willen abhänge, so geschiehet es, daß sie ihreFurcht von dem Einen, auf welchen sie blicken sollen, aufGestirne und Kometen übertragen. Wer also vor diesem Un-glauben sich sichern will, der halte stets fest in Gedanken, daßnicht in den Geschöpfen irgend eine wunderbare Kraft, Wirk-
1) Jerem. 10, 2.