als ob in dem großen Umfange des Himmels und der Erdenicht Gegenstande genug sich uns darböten , welche mit ihremherrlichen Glanz alle unsere Sinne erfüllen; als ob innerhalbsechstausend Jahr Gott nicht Beweise genug gegeben hätte,deren stete Erwägung unsere ganze Seele beschäftigen könnte.Also lasset uns gern in den Schranken bleiben, in welcheGott uns hat beschließen und gleichsam unsere Seelen hemme»wollen, damit sie nicht in ungezügelter Ausdehnung zerflie-ßen möchten.
2. Bon derselben Art ist, was Moses erzählt, daß dasWerk Gottes nicht in einem Augenblick, sondern in sechs Ta-gen vollbracht worden sey. Denn auch dadurch werden wirvon allen Erdichtungen ans den einigen Gott hingewiesen, dersein Werk in sechs Tage vertheilt hat, damit es uns nichtbeschwerlich würde, wahrend unsres ganzen Lebens uns mitdessen Betrachtung zu beschäftigen. Denn obgleich unsere Au-gen , wohin sie sich wenden mögen, zum verweilenden Hin-blick auf die Werke Gottes gezwungen werden; so wissen wirdoch, wie leicht unsere Andacht ermüdet und wie schnell from-me Gedanken, wenn sie kaum unsere Seele berührt haben,uns wieder entschwinden. Auch hier sträubt sich die menschli-che Vernunft, als ob solche Stufenfolge der göttlichen All-macht entgegen sey, bis sie, dem Gehorsam des Glaubens un-terworfen, jene Ruhe ehren lernet, zu welcher die Heiligungdes siebenten Tages uns einladet. In der Stufenfolge selbstaber haben wir die väterliche Liebe Gottes gegen das Men-schengeschlecht sorgsam zu erwägen, daß er Adam nicht ehererschuf, als bis er die Welt mit einem Reichthum allerleiGüter begabt hatte. Denn wenn er ihn auf die nochsode undunfruchtbare Erde gesetzt, und ihm das Leben vor dem Lichtegegeben hätte, würde er weniger um seine Wohlfahrt besorgtgeschienen haben. Nun aber, da er die Bewegung der Sonneund Gestirne zum Nutzen der Menschen geordnet, Erde, Was-ser und Luft mit Thieren erfüllt, einen Ueberfluß aller Früch-te zur Nahrung hervor gebracht hat; erweiset er gegen unsin der Sorgfalt eines bedächtigen und treuen Hausvaters seine