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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Seite
128
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aus sich selber sey; daher bekennen wir, daß der Sohn, so-fern er Gott ist, ohne Hinsicht auf die Person, aus sich selbstsey; sofern er aber Sohn ist, sagen wir, er sey ans dem Va-ter. So hat sein Wesen keinen Anfang, aber Anfang derPerson ist Gott selbst. Rechtgläubige Schrifstellcr, die ehmalsüber die Trinität geredet haben, haben diesen Namen blosauf die Personen bezogen, und es wäre auch, so man dasWesen selbst in die Unterscheidung fassen wollte, nicht bloß einwidersinniger Irrthum, sondern eine grobe Gottlosigkeit. Dennwelche drei, das Wesen, den Sohn und Geist, als zusam-men wirkend darstellen, vernichten augenscheinlich das Wesendes Sohnes und Geistes. Sonst mußten die unter sich ver-bundenen Theile zusammenfallen, welches in jeder Distinctionfalsch ist. Endlich wenn Vater und Gott gleichbedeutend wä-ren, und also der Vater der Gottschöpfer, so bliebe dem Sohnenichts als ein Schatte und die Trinität würde nichts weiterseyn, als die Verbindung des einen Gottes mit zwei erschaf-fenen Dingen.

26. Der Eiuwnrf, Christus werde, wenn er wahrhaftigGott sey, mit Unrecht Sohn Gottes genannt, ist schon da-durch beantwortet, daß, da die eine Person mit der andernverglichen wird, der Name Gottes nicht unbestimmt ge-braucht, sondern auf den Vater bezogen werde, in soferner nicht, wie jene Schwärmer schwatzen, dem Wesen, sondernder Ordnung nach der Gottheit Anfang ist. In diesem Sin-ne muß jene Rede Christi an den Vater genommen werden:» Das ist das ewige Leben, daß sie dich erkennenden einigen, wahren Gott und den du gesandthast, Jesum Christum.') Denn in der Person des Mitt-lers redend steht er im Mittel zwischen Gott und den Men-schen ; aber dadurch wird seine Würde nicht gemindert. Dennobwohl er sich selbst geäußert hat, so hat er doch darum seinevor der Welt verborgene Herrlichkeit bei dem Vater nicht ver-loren. Darum, wenn der Apostel in dem Hebraerbriefe

1) Loh. 17, 3. 2) K. 1, 16. 2, 9.