von welcher alle Gottesspruche und Weissagungen ausgegan-gen sind. Denn nach dem Zeugniß des Apostel Petrus') ha-ben nicht minder die alten Propheten als die Apostel, so wiedie, welche nachher die himmlische Lehre verkündeten, geredet,getrieben von dem Geist Christi. Weil aber Christus nochnicht offenbaret war, so müssen wir nothwendig das Wortals vor der Zeit von dem Bater gczeuget erkennen. Undwenn der Geist, dessen Organ die Propheten waren, derGeist des Wortes war, so schließen wir ungezwcifclt, daß erwahrer'Gott gewesen. Dieses lehrt Moses deutlich bei derWeltschöpfung, indem er das Wort in daS Mittel stellet.Denn warum erzählt er ausdrücklich, Gott habe bei Erschaf-fung der einzelnen Werke gesagt: Es werde! als, damit dieunerforschliche Herrlichkeit Gottes in seinem Ebenbilde wieder-strahle? Vorwitzige Schwätzer behaupten, um solches zu leug-nen , der Ausdruck bezeichne Befehl und Gebot; aber die Apo-stel, als die besten Ausleger, lehren, die Welt sey durch denSohn erschaffen worden, und er trage alles mit seinem all-mächtigen Wort.") Hier wird das Wort statt Wink und Ge-bot des Sohnes genommen, welcher selbst das ewige und we-sentliche Wort des Vaters ist. Weisen und Bescheidenen istauch SalomonS Ansspruch nicht dunkel, wo er die Weisheitals vor der Welt von Gott erzeugt, und über die ganzeSchöpfung und alle Werke Gottes waltend darstellet. Dennein zeitliches Wollen GotteS sich erdenken, wäre thörigt undvermessen, da Gott damals seinen festen und ewigen Nach-schlich und noch Verborgeneres offenbaren wollte. Dahin ge-het auch der Ansspruch Christi: Mein Vater und ich wirkenbis auf diesen Tag. Denn indem er bekräftigt, daß er vonAnbeginn der Welt mit dem Vater gewirkt habe, erklärt erwas Moses kurz berührt hatte. So folgern wir, daß Gottalso geredet habe, daß das Wort an dem Wirken seinen An-theil hatte, und so beiden das Wirken gemeinsam war. Amdeutlichsten aber äußert sich Johannes, wenn er das Wort,
t) I.Pet. t, 1l. 2) Heb. 1, 2.