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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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richte nichts übrig. Dagegen, wenn Gott kerneSünde offenbar strafte, so würde man eine gott-liche Vorsehung längn en.Man muß demnachcingestchen, daß in allen Werken Gottes, vorallen inihrer Gesammtheit, wie auf einem Gemählde, alle Vollkom-menheiten Gottes sich darstellen, wodurch das ganze Men-schengeschlecht zu seiner Erkenntniß, und durch diese zum wah-ren und vollkommenen Heil eingeladen und geleitet wird. Ob-wohl sie nun hier in vollem Lichte erscheinen, so erkennenwir doch erst dann ihren Zweck, ihren Einfluß und den Werthihrer Erforschung, wenn wir in uns selbst schauen und erwä-gen, auf welche Weise der Herr sein Leben, seine Weisheitund Kraft in uns äußere, und seine Gerechtigkeit, Güte undBarmherzigkeit an uns übe. Denn obgleich David mit Rechtklagt, daß die Ungläubigen thörigt handeln, indem sie inder Regierung des Menschengeschlechtes die tiefen Rathschlüs-se Gottes nicht beachten; so ist doch sehr wahr, was er an-derswo sagt, daß die bewundcrswürdige Weisheit Gottes indieser Hinsicbt über die Form unseres Hauptes hinausgehe.Jedoch wir übergehen diesen Gegenstand jetzt, um ihn später-hin vollständiger zu vcrbandeln.

11. Aber mit welcher Klarheit auch der Herr sich undsein unsterbliches Reich in dem Spiegel seiner Werke darstel-let ; wir bleiben, so groß ist miser Stumpfsinn, dennoch un-empfindlich gegen diese deutlichen Zeugnisse, so daß sie ohneSpur uns vorüberflicßen. Denn, was den Bau und dieschöne Ordnung der Welt betrifft, wie mancher ist unter uns,der, wenn er die Augen zum Himmel erhebt oder die man-nigfaltigen Gegenden der Erde betrachtet, seine Seele zu demSchöpfer wende, und nicht vielmehr, seiner vergessend, beiden Werken verweile? Und in Betreff dessen, was täglichaußer dem Lause der Natur geschieht; der wievielste meint nichtdaß der Menschen Wesen vielmehr nach blindem Zufallsich drehe und wälze, als von Gottes Vorsicht geleitet werde?

1) Pf. 92, 7>