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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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Weisheit und Güte Gottes eine Menge Wunder ui sich ent-halte, deren Betrachtung, so wir darauf merckcu wollen, Un-sern Geist sattsam beschäftigen könne. Daher auch Paulus,nachdem er gesagt hat, Gott könne auch von Blindengefühlt und gefunden werden, setzt er bald darauf hin-zu, er sey nicht ferne zu suchen, weil namlup Alledie himmlische Gnade, wodurch sie leben und weben, innerlichfühlen. Wenn wir aber, um Gott zu erforschen, nicht ein-mal außer uns hinaus zu gehen brauchen, wie strafwürdig istdann die Trägheit derer, welche dieser Betrachtung ihres ei-genen Wesens zur Erkenntniß Gottes sich entziehen. Dies istder Grund, warum David, nachdem er den herrlichen Na-men und die überall hervorleuchtende Ehre Gottes gepriesenhat, ausruft: was ist der Mensch/ daß du seiner geden-kest?-) desgleichen: aus dem Munde der Kinder undSäuglinge hast du eine Macht zugerichtet! Näm-lich , er sagt, nicht blos, das Menschengeschlecht sey ein Hel-ler Spiegel der Worte Gottes, sondern selbst die Zungen derKinder an der Mutterbrust seyen so beredt, die Ehre Gotteszu verkünden, daß es andrer nicht bedürfe. Darum scheut ernicht, selbst der Kindlein Mund in den Kampf zu führen, alssattsam gerüstet, die Tollheit derer zu bestreiken, welche milihrem teuflischem Hochmuth den Namen Gottes vertilgen moch-ten. Daher auch jenes Wort, welches Paulus ans dem Ara-tns anführt,daß wir Gottes Geschlecht sind" weil erdadurch, daß er uns mit solchen Verzügen uns schmückte, sichuns als Vater erwiesen hat; so wie mit gemeinsamen Gefühlund gleichsam nach dem Ausspruch der Erfahrung heidnischeDichter ihn den Varer der Menschen genannt haben.Denn nicht gern und aus freien Stücken wird sich jemandGott in Gehorsam unterwerfen, wenn er nicht zuvor seineväterliche Liebe geschmecket hat und dadurch zu gegenseitigenLiebe und Verehrung gereizt worden ist.

ll. Aber hier entdeckt sich die schändliche Undankbarkeit der

1) Apgsch. 17, 27. 2) Ps. S, 5.