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flößen, und es dadurch gefügiger zu machen. Aber sie wür-den dies nicht erreicht haben, wenn nicht schon vorher jeneErste Ueberzeugung von Gott in den Herzen der Menschengewesen wäre, aus welcher, wie aus einem Saamenkorne ebenler Hang zur Religion hervorkeimt. Ja es ist nickt glaub-lich, daß selbst jene, die unter dem Schein der Religion dieEinfältigen zu täuschen suchten, ganz ohne Glauben an eineGottheit gewesen seyen. Denn obgleich es ehemals einigegegeben hat, und auch heut zu Tage nicht wenige hervortre-ten, welche das Daseyn Gottes läugnen; so müssen sie doch,wider willen oftmals fühlen, was sie wünschen nicht zu wis-sen. Niemand trieb es in kecker und zügelloser Goltesverach-tung weiter als C. Coligula; aber auch keiner zitterte jäm-merlicher als er, wenn irgend ein Zeichen gottlichen Zornessich offenbarte. So zitterte er wider willen vor dem Gott, dener mit Vorsatz zu verachten strebte. Dasselbe mag man hieund da an Seinesgleichen bemerken, denn je leckererer Got-tes Verächter, um so mehr schreckt ihn das Ranschen einesfallenden Blattes. Woher dieses, wenn nicht Ahndung gött-licker Majestät, welche um so heftiger ihre Gewissen erschüt-tert, je mehr sie ihr zn entfliehen streben. Sie sehen sich umnach allen Schlupfwinkeln, um sick vor der Nähe des Herrnz» verbergen, und sie aus ihrer Seele wieder zu vertilgen;aber, mögen sie wollen oder nicht, sie werden in Banden festgehalten. Und wenn auch der Gedanke an Gott ihnen aufeine Zeitlang gänzlich zu entschwinden scheint, so kehrt er dochimmer zurück und ergreift sie von neuem, so daß ihre Gewis-scnsruhe dem Schlaf der Betrunkenen oder Wahnsinnigennicht unähnlich :st, welche selbst schlafend nicht eigentlich ru-hen, sondern von schreckhaften Träumen gequält werden. Sosind folglich selbst die Gottlosen ein Beweis, daß immer inaller Metischen Herzen eine Idee von Gott lebe.
3. Alle Verständige werden also darin übereinkommen,daß der menschlichen Seele ein Gefühl der Gottheit einge-pflanzt sey, welches niemals kann vertilgt werden. Ja, daß