es nicht von jeher, und wird c6 nicht immer Gottes ge-rechte Strafe seyn, denen, welche die Liebe zur Wahrheitnicht haben angenommen, kräftige Irrthümer zu senden,also daß sie der Lüge glauben? H Folglich fehlt es unskeinesweges an Wundern und zwar solchen, die gewiß undüber allen Spott erhaben sind. Hingegen, welche sie vor-geben, sind offenbare Täuschungen des Satans, indem siedas Volk von der wahren Verehrung Gottes zur Lüge ver-leiten.
Außerdem stellen sie uns ungerechter Weise die Väterentgegen — ich meine die Schreiber eines frühern bessernZeitalters — als ob diese ihre Gottlosigkeit begünstigten.Aber wäre der Streit nach ihrem Ausspruch zu entscheiden,so würde, um bescheiden zu reden, der größte Theil desSieges sich zu uns neigen. Da jedoch jenen Vätern, beidem vielein Vortrefflichen und Weisen, was sie geschriebenhaben, auch Menschliches begegnet ist, so beten jene folgsa-men Söhne, nach ihrer hohen Weisheit und vortrefflichenBeurtheilung, nur ihre Fehler und Irrthümer an, dieWahrheiten aber, die sie vortragen, achten sie nicht, oderverhehlen uud verdrehen sie, so'daß sie nur darauf auszu-gehen scheinen, zwischen dem Golde den Koth aufzulesen.Dennoch verfolgen sie uns mit heillosem Geschrei, als wä-ren wir Feinde und Verräthcr der Vater. Davon sind wiraber so weit entfernt, daß es mir, wenn es mein Zweckrtforderte, ein leichtes seyn würde, den größten Theil dessenwas wir jetzt behaupten, mit ihren Zeugnissen zu belegen.Wir indeß gebrauchen ihrer Schriften also, daß wir immerdabei gedenken, Alles sey unser um uns zu dienen, nichtüber uns zu herrschen, wir aber allein Christi, dem wir inallen Dingen ohne Ausnahme gehorchen müssend) Wer dieseAuswahl nicht befolgt, hat nichts festes in seinem Glauben.Denn jene heiligen Männer wußten manches nicht, sie sindoft im Streit untereinander, zuweilen auch im Widerspruchmit sich selbst. — Nicht ohne Ursache, sagen sie, warnt unsSalomo, die alten Gränzen zu überschreiten, welche unsereVater gesetzt habenck) Aber es hat eine andere Bewandnißmit den Gränzen der Aecker, als mit dem Gehorsam desGlaubens, welcher so beschaffen seyn muß, daß man dabeiseines Volks und Vaterhauses vergißt. H Haben sie einsolches Wohlgefallen am Allgemeinen, warum wählen sienicht lieber die Apostel, als jedwede Andere, zu Vätern,deren Gränzen zu verrücken Frevel sey? Denn so erklärtees Hieronymus, dessen Worte sie unter ihre Canyncs gesetzthaben. Und wenn sie die Gränzen der Väter, die sie mei-
t) '2 Thcss. 2, tt. 2) 1 Koel 2, 2l. .?) 2pr. 22, 2?, 4 ) Ps 45, lt.