uns ausschänmen. Vorerst, wenn sie unsere Lehre eineneue nennen, so lästern sie Gott, dessen heiliges Wort nichtdes Neuheit beschuldigt werden sollte. Daß es ihnen eineneue Lehre sey, bezweifle ich nicht; denn neu ist ihnen Chri-stus, neu das Evangelium. Aber welche jene Predigt Paulifür eine alte erkennen: daß Jesus Christus um unserer Sün-den willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willenaufcrweckt seyH, die werden bei uns nichts neu finden.Daß sie lange unbekannt und begraben lag, ist dieSchuld menschlicher Gottlosigkeit: jetzt, da sie durch GotteSGüte uns wiedergegeben wird, sollte sie wenigstens nachdem Recht des erneuerten Besitzes ihr Alterthum wiedererlangen. Mit gleicher Unwissenheit halten sie dieselbe fürungewiß und zweifelhaft. Fürwahr, hier trifft das ein,worüber der Herr durch seine Propheten klagt: ein Ochsekenne seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn,aber ihn kenne sein Volk nicht.-) Fürwahr, wenn sie, diespottend der unsrigen Ungewißheit vorwerfen, die ihrigemit ihrem eigenen Blute und Aufopferung des Lebens be-siegeln sollten, da würde man schauen, wie hoch sie vonibncn geachtet werde. Ganz anders ist unsere Zuversicht,welche weder des Todes Schrecken noch auch selbst GotteSRichtcrstuhl fürchtet.
Daß sie Wunder von uns fordern, daran thun sie sehrunrecht. Denn wir wollen nicht irgend ein neues Evange-lium schaffen, sondern wir halten fest an dem einen, dessenWahrheit zu bekräftigen, alle Wunder dienen, welche Chri-stus und die Apostel jemals gethan haben. Jedoch sie habenvor uns das besondere voraus, daß sie ihren Glauben mitbis auf diesen Tag fortgehenden Wundern bestätigen können.Ei, vielmehr berufen sie sich auf Wunder, welche ein sonstwohl begründetes Gemüth wankend machen müßten, so ab-geschmackt und lächerlich sind sie, oder so grundlos und er-logen. Und noch dann, wenn sie noch so wunderbar wä-ren, dürfen sie doch gegen Gottes Wahrheit kein Gewichthaben; denn der Name Gottes soll überall und immer ge-heiligt werden, sey es durch Wunderzcichcn oder die Ord-nung der Natur. Scheinbarer könnte vielleicht das Gau-kelspiel seyn, wenn uns nicht die heilige Schrift über dengesetzmäßigen Zweck und Nutzen der Wunder belehrte. Denndaß die Zeichen, welche die Predigt des Apostels begleite-ten, zu derselben Bestätigung geschahen, lehrt uns Mar-kus.^) Eben so meldet Lueas, der Herr habe dadurch demWort seiner Gnade Zeugniß gegeben, daß er Zeichen undWunder geschehen ließ durch die Hände der Apostcl.J Die-
t) Röm. 4, 25. 2) Les. t, 3. Z) Mark, ts, Z(>. 4) Apostg. 14, I.