Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
19
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Nu den Ufern des Kh eines

lvappen des 'Kölner Kurfürsten Marimilian Heinrich (16üi)bis 1688) in Stein abgebildet. Die Snschrift ist eingegraben,der Stiefel und das lvappen zeigen sich in Ueliefz die Snschrift lautete

Knrfürstl. Siiefelsinacher Coeneu.

Dieses hat der Sage geinäst daher seinen Ursprung: Alsdie Kurfürsten noch hänsig in Linn, wo sie dein edlenIVaidwerk oblagen, ihren Aufenthalt hatten, trug es sich einstzu, dast der Kurfürst, dessen lvappen oben angeführt ist, einpaar neuer Zagdstiefel hednrfte. Er ging zum ersten bestenStiefelinacher und ersuchte ihn um eine recht baldige An-fertigung von einem Paar neuer Stiefel. Da er aber heutewenig Zeit habe und sehr eile, so möchte der Stiefelkünstlerihm deii Lust gehörig besehen und das Augenmast nehmen,um danach die Stiefel anzufertigen. Der Stiefelmacher tatsein Bestes, und als die Stiefel fertig waren, zog der Kurfürstsie an und fand, dast sie vorzüglich gelungen waren. Erzollte dein geschickten Meister seine volle Anerkennung,beschenkte ihn reichlich und verlieh ihm ausserdem die Be-günstigung, über seiner Haustür das kurfürstliche lvappenund unter demselben einen Courierstiefel, in Stein gehauen,anzubringen und ihm das Prädikat „Kurfürstlicher Stiefels-macher" beizufügen.

ll.

Zu den Lrohndiensten, welche an der Burg zu Linnhafteten, gehörte auch die Verpflichtung der Einwohner desAmtes Linn, bei Ausübung der Lischerei im Stadtgrabenund andern herrschaftlichen Gewässern zu helfen. Alsnun der letzte Kurfürst einst in Linn anwesend war und demLischfange beiwohnte, waren Untertanen aus dem ganzenAmte in Tätigkeit. Man fischte bis mittags 12 Uhr. Alsman aber noch nicht mit der Arbeit fertig war, meldete sicheiner von den Arbeitern und erklärte, er wolle jetzt, weil esMittag sei, aufhören, um zu speisen, obgleich der Kurfürstden Befehl aufzuhören noch nicht erteilt hatte. Hieraufbemerkte ein anderer Arbeiter: „Aller Augen warten ansDich, o Herr," worauf der erstere schlagfertig erwiderte:Aber wie heistt es weiter? „Du gibst ihnen Speise zurrechten Zeit!" Der Kurfürst, dem dies zu Ghren kam, lachteherzlich über den guten Einfall des Arbeiters und liest aufder Stelle pausen und das Lischen einstellen.

III.

Bekanntlich hielten die Kölner Kurfürsten sich gerneauf der Linner Burg auf, woran sie durch die wildreiche