Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
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I.

Ner Giesterjunge ;u Düsseldorf.

(„Die Heimat" 1878, Nr. 33.)

Ruf dem Dache des alten Gouvernemcntsgebäudes zuDüsseldorf stand das Dild eines Jungen, der in seinegeöffnete Schurze Gaben einsammelt. Davon wird folgendeSage erzählt: Der Guß des Reiterstandbildes des HerzogsJohann IVilhelm auf dem Gemüsemarkt war 'bereits einmalverunglückt, und man zweifelte sehr, ob er zum zweitenMale gelingen werde. Schon war das Erz in die Formgelassen und diese nach des Meisters Meinung vollständiggefüllt, als der Lehrjunge erklärte, die Form sei noch nichtganz gefüllt. Sogleich fing er an, bei alle» Zuschauernringsum Metall zu sammeln und erhielt von einigen sogarRinge und andere Schinucksachen. Zn seiner Schürze nahmer dies alles in Empfang und warf es trotz des MeistersZorn in den Schmelzkessel. Ergrimmt wollte der Meister denLehrjungen mißhandeln, weil er den Guß verdorben hätte.Äls man aber die Form öffnete, war der Guß ganz, wie er seinsollte, nichts zuviel, nichts zu wenig, sodaß man deutlicherkannte, daß ohne des Zungen Zutun der Guß wiederumverunglückt sein würde. Zum Llndenken daran ließ man späterden Lehrjungen abbilden, wie er das Erz in seiner Schürzesammelt.

II.

Das Turnier ;n Neust.

(von Montan» s.)

„Mir wird so eng, ihr Knappen, in meiner Väter Saal,

Auf! sattelt rasche Rappen, bringt mir das Aleid ans Stahl IDas Schwert mit scharfer Schneide, den Speer mit schwerem SchaftNur in dem Aampfgeschmeide wallt freudig Männerkraft!"