Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
112
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In der Gladbacher Gegend.

Sie kennen eins dem SachsenleindIn's Belgische nnd Märk'sche Tal,Wo schlängelnd sich die Wupper wandDurch grüne Hügel reich an Zahl.Sie wähnten schon den GotteslohnUnd ihrer Wand'rnng Siel zu schein'»,Das Hügelstädtchen LeichlingenBetraten sie mit Gottvertrau'n.

Acin Grt bisher den Hirten schienDer ersten Dcntnng so zu nah'n,Und Taitzcnde mit beiden zieh'»Nun jubelnd nach dem neuen H>lan.Des Raumes Grenze ward gesteckt,Zum Bau gelegt schon war der Grund,Nls plötzlich Unglück »»verdecktDie Nbsicht Gottes machte kund.

Biel Gäste lud von fern nnd nahDer Bischof hier zu frohem Mahl,

Zwei Boten waren auch allda,

Gesandt von Gtto's Aaiserwahl.Man dankte Gott und rühmte lautUnd froh des Werkes gut Gcdeih'n.

Buch Würze gab im Areise trautDer Scherz zum Braten und zum Wein.

Und was beim Mahl der EhrengastZur Linken Gero's vorgelegtBorn Braten, das mit list'ger HastStahl ihm der rechts, vom Wein erregt;Bis jener mit dem Messer stachDen Dieb im Schenkel, doch zum Scherz;Nach wen'gcn Tropfen Blut's erlagDer Wunde er und hcft'gem Schmerz.

Nls man noch hin und her beriet,

Nahm Gero tief bewegt das Wort:

Zwar absichtlos, wie jeder sieht,

Und ohne Falsch war dieser Mord;

Doch mag ich Gott den Grt nicht weih'n,Wo blutig die Erinnerung jpricht,Nie wird ein RIoster hier gedeih'»,

Hier deutet Gott: „Ich will es nicht!"

Der letzte Gang an diesem Grt,

Das war ein langer Trauerzug,Bis Freundesschar mit Weinen dortDen Leichnam hin zum Grabe trug.Was Gero neu im Geist erkannt,Das ward beschlossen und zur Tat,Zum Rheine ward der Schritt gewandt,Hinüber ging's den Brückcnpfad.