I IN K e IN p e II c r l a II d.
107
Burg zurück. Die Steegcr'sche Schützengesellschaft erhielt seitdieser Zeit das Necht, in deu Prozessionen und bei jedemAufzuge zum „Spiel" oder „Königsschießen" voranzuziehen.Ihre Fahne trägt die Inschrift:
Wir Stecger'sche Schützen waren stets wohlgemut,Wir retteten einst das hochwürdigste Gut.
XI.
Die Entstellung von St. Tönis.
(„Niederrheinischer Geschichtssrennd" 1880, Nr. 11).
Als die Gegend, wo jetzt St. Tönis liegt, noch Heide'«')war, hütete dort einst ein Hirt seine Schafe. «Lines Morgenshörte er von einem in seiner Bähe stehenden Mach-holderbaume einen wunderschönen Gesang; er ging auf deuStrauch zu und siehe! er fand in demselben ein Bildnis deshl. Antonius, des Lremiten. Lr nahm das Bild ehrerbietigheraus und stellte es zu Hause im Schlafgeniach auf. Desandern Morgens, als er sich vom Schlafe erhoben hatte,bemerkte er, daß das Bild verschwunden war, und einigeStunden später hörte er auf der Heide vom Machholder-strauche aus abermals den herrlichen Gesaug. Dort fand erwiederum das Bild, welches er sorgfältig heraushob undmit nach Hause nahm. Doch, o Münder! Beim folgendenMorgen war das Bild zum zweiten Male verschwunden.Nicht wissend, was zu tun sei, ging er zum Pfarrer (inKempen) und teilte ihm das Dorgefallene mit. Dieser, einfrommer Mann, faßte gleich den Lntschluß, an der Stelledes Machholderstrauches Gott und dem HI. Antonius zuLhren eine Kapelle zu erbauen. Kaum war diese erbaut,so wurde sie von zahlreichen Derehrern des hl. Antoniusbesucht und ein berühmter Wallfahrtsort. Nach und nacherhoben sich um die Kapelle Wohnungen, woraus die PfarreSt. Tönis entstanden ist.
I. Krem er.
XII.
Die Aönigtränk und die Milser IDappen Leier.
(„Der Niederrhein" 1879, Nr. 7).
In meiner Heimat NäheDa liegt ein klarer Teich;
Wie bist du, kleiner SeeMir an Erinn'riing reich!
*) Der Ort, wo jetzt St. Tönis liegt, hieß früher in der Osterheide.